Mariendistel beim Stillen: Boost für die Milchbildung?

Wie vielen anderen Nahrungsmitteln wie auch der Mariendistel in der Stillzeit eine Förderung der Milchbildung nachgesagt. Aber ist da was dran? Und ist der Verzehr von Mariendistel sicher? Das erfährst du in diesem Artikel.

Einige Mariendistel-Blüten, daneben eine Schüssel und eine Kelle mit Mariendistelsamen befüllt, auf einem Holzblock.
Mariendistel wird im Englischen sogar „Milchdistel“ (milk thistle) genannt – das MUSS doch wirken. Oder?
Foto: Kate Ridder/shutterstock.com

Los geht’s!

Kann Mariendistel die Milchbildung unterstützen?

Mariendistel wird schon seit Jahrhunderten bei Erkrankungen der Leber und Gallenblase, zur Unterstützung der Schilddrüsenfunktion und eben zur Förderung der Milchbildung eingesetzt. Auch heute wird sie in Kapselform oder in Stilltee zu diesem Zwecke eingesetzt.

Teile der Pflanze lassen sich roh oder gekocht essen, oder als Tee zubereiten. Zur Milchbildung werden meistens Kapseln verkauft, die einen klar definierten Anteil des Silymarin beinhalten, welches wiederum das wahrscheinlich milchbildende Molekül Silibinin enthält.

Das Molekül Silibinin, das als wichtiger Bestandteil der Mariendistel am ehesten für eine Milchbildung in der Stillzeit verantwortlich sein könnte.
Silibinin ist eines der magischen Molekül der Mariendistel für die Milchbildung.
Illustration: Studiomolekuul/shutterstock.com

Aber kann dieses Molekül bzw. die Mariendistel an sich wirklich die Milchbildung anregen?

Die Forschung dazu

Wie so oft bei den milchfördernden Substanzen muss man leider sagen: Man weiß es nicht genau.

Forschung an Stillenden ist schwierig und teuer, sodass viele traditionelle Mittel nie vernünftig untersucht wurden. Das heißt nicht, dass sie nicht funktionieren, aber einen Beweis dafür dass sie es tun, gibt es eben auch nicht.

Tatsächlich gibt es für die Mariendistel einige Studien, die einen positiven Effekt zu belegen scheinen, während die Risiken der Einnahme eher gering sind und das Mittel auch kaum in die Muttermilch übergeht. Ob für die berichteten positiven Effekte nur die speziellen Silymarin-Auszüge verantwortlich sind, oder ob auch die Mariendistel an sich einen solche Effekt hat, ist unklar.

Was immer wichtig ist

Wenn du das Gefühl hast, zu wenig Milch zu haben, ist die Gabe von milchfördernen Substanzen nie die einzige Lösung, sondern kann höchstens unterstützend wirken.

Wichtiger ist, dass die Brust häufig und möglichst stark entleert wird. Eine leere Brust ist für den Körper das Signal, dass mehr Milch benötigt wird. Mehr darüber lernst du in unserem Artikel Milchbildung anregen.

Risiken und Nebenwirkungen

Neben dem Effekt auf die Milchmenge ist bei jedem Präparat, das du in der Stillzeit anwendest, auch die Risiken der Anwendung für dich und dein Baby wichtig zu beachten.

Eine Mariendistel in Nahaufnahme vor freigestelltem Hintergrund.
Hübsch, aber auch irgendwie stachelig. Aber hat die Mariendistel in der Stillzeit auch Risiken über einen Piekser hinaus?
Foto: osoznanie.jizni/shutterstock.com

Für die Mama

Mariendistel wird generell gut vertragen, kann aber zu Magen-Darm-Verstimmungen führen, also Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen auslösen. Kann die Ausscheidung von Metronidazol (ein Antibiotikum) verstärken und leichte Symptome der Unterzuckerung auslösen.

Wenn du diese oder andere Nebenwirkungen bemerken solltest, solltest du natürlich sofort mit der Einnahme aufhören.

Für dein Baby

Die Wirkstoffe der Mariendistel wirken zwar in der Mutter, gehen aber kaum in die Muttermilch über. In den wenigen Studien, die den Einfluss der Mariendistel auf Milchmenge und Nebenwirkungen untersucht haben, wurde nicht von Nebenwirkungen bei gestillten Kindern berichtet. Das schließt natürlich nicht aus, dass gerade hohe Dosierungen unerwünschte Effekte produzieren.

Dosierung

Die folgenden Dosierungen stammen aus dem Buch „Making More Milk“ von Lisa Marasco und Diana West.

Als Tee

1 leicht gehäufter Teelöffel (etwa 5 Milliliter) frisch gehackte oder gemörserte Samen in 150ml Wasser für 20-30 Minuten ziehen lassen, 5-6 Mal am Tag trinken. Wichtig: Für dieses Dosis können wir keine Gewähr übernehmen.

Als Kapsel

Zur Milchbildung werden 2 x 500mg – Kapseln 3 Mal am Tag empfohlen (also 3 x täglich 1 Gramm). Wichtig: Für dieses Dosis können wir keine Gewähr übernehmen.

Fazit

Mariendistel kann eine Möglichkeit sein, die Milchbildung anzuregen. Eine Garantie für einen positiven Effekt gibt es nicht, auch sollte das Präparat nie ausschließlich verwendet werden – ein gutes Stillmanagement ist immer wichtiger, als die alleinige Einnahme vermeintlich milchfördernder Substanzen.

Teile deine Erfahrungen!

Hast du Erfahrungen mit Mariendistel in der Stillzeit gemacht? Teile sie gerne mit uns – wir und unsere Leserinnen freuen sich sicher über deine Erkenntnisse 🙂

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