Kopfgneis mit Muttermilch entfernen?

Kopfgneis ist zwar in der Regel harmlos, aber nicht besonders schön. Kannst du Muttermilch nutzen, um ihn schonend zu entfernen?

Was ist überhaupt Kopfgneis?

Gneis ist eine schuppende Hautveränderung an der behaarten Kopfhaut. Bei vielen Säuglingen entwickelt er sich wenige Wochen nach der Geburt und bleibt dann oft viele Monate bestehen.

Der Kopfgneis ist überhaupt nicht schlimm, führt nicht zu Haarausfall oder ähnlichem, juckt in der Regel nicht und verschwindet in den meisten Fällen – meist um das erste Lebensjahr herum, manchmal aber auch später – von selbst.

Der behaarte Kopf eines Kindes vor dem Meer mit Gicht.
Gneis ist eine harmlose, aber manchmal nicht so hübsche schuppige Erscheinung an der Kopfhaut von Säuglingen.
Kann Muttermilch helfen, ihn zu entfernen?
Foto von Paul Hanaoka auf Unsplash

Auslöser

Warum der Kopfgneis entsteht, ist nicht ganz klar.

Man geht davon aus, dass er eine Sonderform der „seborrhoischen Dermatitis“ ist, einer Erkrankung, die auch an anderen Stellen des Körpers auftreten kann, dann meist bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Hierbei scheint eine genetische Veranlagung eine Rolle zu spielen, außerdem ein bestimmter Pilz: „Malassezia“. Den haben wir alle auf der Haut, aber bei der seborrhoischen Dermatitis ist er stark vermehrt. Auch mütterliche Hormone könnten eine Rolle spielen.

Manchmal wird der Gneis auch Milchschorf genannt, wobei das nicht unbedingt das gleiche ist: Beim „echten“ Milchschorf, einer frühen Manifestation der atopischen Dermatitis, sind die Schuppen dicker, krustiger, sehen aus wie angebrannte Milch (daher der Name).

Schönheit ist nicht so wichtig … ?

Der Kopfgneis ist also nicht gefährlich.

Aber:

Besonders schön anzusehen ist er oft nicht.

Manchmal sind die feinen, gelblichen, fettig-wirkenden Schüppchen wirklich sehr stark ausgeprägt (manchmal riecht es auch etwas unangenehm) und es kommt der Wunsch auf, die Schuppen zu entfernen. Können wir verstehen, haben wir selbst erlebt.

Da stellt sich dir vielleicht die Frage: Wie kann ich die Schüppchen schonend und möglichst natürlich loswerden? Da kommt fast schon automatisch die Idee:

Vielleicht hilft ja Muttermilch dabei.

Wie du Kopfgneis am besten entfernst

Der klassische Tipp, den man auch von Hebammen und Kinderärztinnen immer wieder hört, ist das Einreiben mit Öl.

Dafür sollen die betroffenen Stellen am Kopf zum Beispiel mit Mandel-* oder Olivenöl eingerieben werden, dieses soll dann einige Zeit (manchmal werden 2-3 Stunden, manchmal aber auch eine ganze Nacht empfohlen) einwirken.

Nach der Einwirkzeit soll das Öl dann zusammen mit den aufgeweichten Schuppen ausgewaschen werden, manchmal heißt es auch, dass die Schuppen sanft abgerieben werden soll, zum Beispiel mit einer sehr weichen Bürste.

Eine Studie hat gezeigt, dass sogenannte „Oleogele“* besonders effektiv zur Entfernung von Kopfgneis sind. Das sind Öle, die durch eine bestimmte Zubereitung „gelartig“ gemacht worden sind.

Und was ist mit Muttermilch?

Die Idee, Muttermilch gegen Kopfgneis einzusetzen, kommt nicht von ungefähr. So gibt es viele Anwendungen für die Milch, die über die reine Ernährung hinausgehen. Ihre antientzündlichen Eigenschaften können bei Schnupfen, kleinen Wunden und vielem mehr helfen.

Gerade im englischsprachigen Internet finden sich viele Hinweise, dass Muttermilch helfen kann, Kopfgneis zu entfernen. Bei diesen Hinweisen bleibt es aber auch: So sprechen Portale immer nur davon, dass „einige Mütter davon berichten“, die Muttermilch würde helfen, darüber hinaus finden sich nur Einzelfallberichte.

Echte Untersuchungen, die die Wirksamkeit belegen, haben wir jedoch nicht gefunden. Das heißt nichts, denn viele Dinge sind der Wissenschaft einfach nicht „wichtig“ genug, um sie kosten- und zeitaufwändig zu untersuchen.

Fazit

Kopfgneis ist harmlos und bedarf keiner Therapie – er verschwindet mit der Zeit von selbst.

Falls er dich jedoch stört, was aus unserer Sicht nachvollziehbar ist, kannst du verschiedene Dinge versuchen, um ihn zu entfernen.

Ein Versuch mit Muttermilch ist auf jeden Fall eine harmlose Möglichkeit, auch wenn es keine eindeutigen Hinweise dafür gibt, dass du damit Erfolg haben wirst.

Die einzige wissenschaftliche Arbeit, die wir gefunden haben, bezieht sich auf sogenannte Oleogele*, die es bei Amazon oder den üblichen (Versand-)apotheken zu kaufen gibt.

Alle anderen Behandlungen, wie mit kortisonhaltigen Shampoos sollten nur in Ausnahmefällen in Fragen kommen – und dann natürlich mit der Kinderärztin oder sogar einer Hautärztin besprochen werden.

Quellen

Höger: Kinderdermatologie – Differentialdiagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen, Schattauer Verlag

Höger, Kinsler, Yan – Harper’s Textbook of Pediatric Dermatology, Wiley Blackwell

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK531463/

https://de.wikipedia.org/wiki/Seborrhoisches_S%C3%A4uglingsekzem

https://www.thieme.de/de/hebammenarbeit/was-hilft-bei-kopfgneis-119956.htm

https://flexikon.doccheck.com/de/Oleogel

Alle anderen Quellen im Text verlinkt

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