Zimt in der Stillzeit

Darf man Zimt in der Stillzeit essen?

Zimt ist ein Gewürz, das sofort Assoziationen zu Weihnachten und der Adventszeit auslöst. Auch in vielen Süßspeisen, in Suppen, Gemüsecremes und Currys kommt das Gewürz mit dem unvergleichlichen Aroma zum Einsatz.

Einige Stangen Zimt, davor ein mit Zimtpulver gefülltes Glas und eine Schöpfkelle.
Zimt schmeckt nicht nur nur Weihnachts-, sondern auch in der Stillzeit. Manchmal fällt auch beides zusammen 🙂
Foto: New Africa/shutterstock.com

Der Duft von Zimt, der das Haus erfüllt, löst für viele Menschen ein heimeliges Gefühl aus. Doch übermäßiger Zimtkonsum kann durchaus schädlich sein.

Aber wie sieht es mit Zimt während der Stillzeit aus? Wir wollen der Frage auf den Grund gehen.

Los geht’s!

Zimt ist nicht gleich Zimt

Es gibt verschiedene Sorten Zimt. Die verbreitetsten sind Ceylon Zimt und Cassia Zimt.

Ceylon Zimt kommt hauptsächlich aus Sri Lanka, Indien, Madagaskar, Brasilien und der Karibik. Er wird auch echter Zimt genannt und aus der dünnen Rinde des Cinnamomum verum Baumes hergestellt.

Cassia Zimt hingegen kommt aus Südchina und wird in Scheiben von den erwachsenen Bäumen gewonnen.

Die beiden Sorten unterscheiden sich im Aroma – Ceylon Zimt ist für sein besonders feines und süßes Aroma bekannt – aber vor allem, im Preis. Cassia Zimt ist um vieles günstiger als der teure Ceylon Zimt. Deshalb wird Cassia Zimt am meisten genutzt und ist in allen Supermärkten zu finden.

Es ist auch die Zimtsorte mit dem höheren Anteil an Cumarin. Der natürliche Duft- und Aromastoff ist im Cassia Zimt mit 3000 mg pro Kilogramm Zimt vertreten, während er im Ceylon Zimt nur 8 mg pro Kilogramm ausmacht.

Der Angeklagte: Cumarin

Leberschäden durch Cumarin?

Cumarin ist in Verruf geraten, da ihm leberschädigende Eigenschaften nachgesagt werden. Zum Beispiel entwickelte eine 73-jährige Frau eine plötzliche Leberinfektion, die Leberschäden verursachte, nachdem sie nur eine Woche lang Nahrungsergänzungsmittel mit einer hohen Dosis an Cumarin eingenommen hatte1. In diesem Fall ging es jedoch um Nahrungsergänzungsmittel, die eine höhere Dosis lieferten, als durch die Ernährung allein möglich gewesen wäre.

Ist Cumarin krebsfördernd?

Außerdem besteht der Verdacht, dass eine hohe Dosis an Cumarin über längere Zeit krebsfördernde Eigenschaften haben kann. Beispielsweise haben Studien an Nagetieren ergeben, dass der Verzehr von zu viel Cumarin Krebstumore in Lunge, Leber und Nieren verursachte2. Wie genau Cumarin Krebs verursachen kann, ist unklar. Es gibt auch bisher keine Studien am Menschen zu diesem Thema.

Ein Molekül Cumarin als Steckspiel zusammengesetzt.
Sieht eigentlich ganz harmlos aus: Cumarin als Molekül.
Foto: Mr.Yankittaphak Phoyalo/shutterstock.com

Zimt als Gewürz ist für Erwachsene harmlos

In beiden Fällen handelte es sich um die Einnahme von purem Cumarin in größeren Mengen. In Maßen eingesetzt birgt wohl auch Cassia Zimt keine größeren Gefahren und kann in kleinen Mengen unbedenklich als Gewürz verwendet werden, solange keine Vorerkrankungen insbesondere der Leber oder der Blutgerinnung vorliegen. Kinder vertragen weniger Cumarin, sodass hier besonders auf eine geringe Dosierung geachtet werden muss3.

Zimt (in Maßen) stellt für die Muttermilch wahrscheinlich keine Gefahr dar

Uns sind keine wissenschaftliche Studien bekannt, die vermuten lassen, dass Cumarin über die Muttermilch nicht nur an den Säugling weitergegeben werden kann, sondern dort auch Schäden auslösen würde. Es gibt jedoch andererseits auch keinerlei Untersuchungen, die diese Möglichkeit vollkommen ausschließen.

Abschließend lässt sich also sagen, dass ein Stück Apfelstrudel, ein Zimttee oder einige Zimtsterne für die stillende Mama wahrscheinlich keinen negativen Einfluss auf den Säugling haben sollten.

Auf Nahrungsergänzungsmittel auf Zimt- oder Cumarinbasis solltest du aber verzichten. Denn Nahrungsergänzungsmittel sind nicht selten hoch konzentriert und können schnell zur Einnahme von hohen Mengen an einer Substanz führen, wie sie mit normalen Lebensmitteln kaum erreichbar wären.

Es gilt, wie immer bei der Ernährung in der Stillzeit: In Maßen sind die meisten Lebensmittel sicher zu konsumieren.

Kann Zimt die Milchbildung anregen?

In manchen Ländern wird Zimt auch zur Stärkung der Milchbildung eingesetzt. Ob das funktioniert, ist unklar, wichtiger ist bei zu geringer Milchmenge aber immer, dass die Brust häufig entleert wird. Nur dies signalisiert dem Körper, dass mehr Milch benötigt wird: Zimt und alle anderen milchfördernden Substanzen können hier höchstens unterstützend wirken.

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