Zinnhütchen – Sinnvoll oder überflüssig?

Zinnhütchen sind beliebte Hilfsmittel, um die Beschwerden wunder Brustwarzen bei Stillenden zu verbessern. Aber wie funktionieren sie? Was ist der Unterschied zu Silber- und Stillhütchen? Und helfen Sie überhaupt?

All das erfährst du in diesem übersichtlichen Artikel.

Los geht’s!

Was sind Zinnhütchen?

Zinnhütchen werden bei wunden Brustwarzen oder Brustwarzenschmerzen in der Stillzeit in den BH eingelegt um die Heilung zu unterstützen.

Ein sehr großer Teil aller Frauen leidet in den ersten Tagen nach der Geburt an Schmerzen beim Stillen. Zwar sind diese Schmerzen normal und oft auch auszuhalten, bei vielen Stillenden verschlechtert sich die Symptomatik jedoch.

Dies liegt – neben anatomischen Problemen seitens der Mama oder des Babys (z. B. Zungenbändchen) – oft an Fehlern beim Anlegen. Es ist immens wichtig, die Ursache für wunde Brustwarzen zu erkennen und zu beheben, da die Symptome sich sonst nicht bessern können. Und natürlich gibt es auch später Gründe, warum Brustwarzen wund werden – zum Beispiel wenn dein Baby beißt.

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, die Beschwerden ganz akut zu lindern: Also für Schmerzfreiheit zu sorgen und die Haut bei der Heilung zu unterstützen.

Eins von mehreren möglichen Hilfsmitteln dabei: Die Zinnhütchen. Hier siehst du die aktuellen Bestseller bei Amazon:

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  • ✅ UNTERSTÜTZT DIE NATÜRLICHE WUNDHEILUNG: Durch die optimale Kombination aus Schutz und feuchtem Milieu, wird die feuchte Wundheilung unterstützt. Die beanspruchten Brustwarzen können ungehindert verheilen.
  • ✅ KEIN GEBRAUCH VON SALBEN - CHARAKTERISTISCHE DUFT DER BRUST BLEIBT ERHALTEN - SALBEN WERDEN NICHT MIT VERZEHRT: Brustwarzensalben werden durch das regelmäßige Tragen überflüssig. Damit bleibt der für Babys wichtige charakteristische Duft der Brust erhalten. Ein Stillen ist jederzeit möglich, Salben und deren Bestandteile können nicht mehr mitverzehrt werden.
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Wir wirken sie?

Zinnhütchen wirken auf verschiedene Weisen:

  • Die antibakteriellen Eigenschaften von Zinn sind schon sehr lange bekannt. Auch gegen Pilze kann es wirken. Durch den ständigen Kontakt mit der Brustwarze sollen es Keime also schwerer haben, sich auf der geschädigten Haut zu vermehren.
  • Das Metallkäppchen schützt vor Reibung durch deine Kleidung.
  • Durch das Zinnhütchen kann auf deiner Brustwarze immer ein dünner, feuchter Film Muttermilch bleiben. Dieser unterstützt, nach dem Prinzip der „feuchten Wundheilung“, die Regeneration der Haut auf der Brust.

All diese Prinzipien zusammen sind der Grund dafür, warum Zinnhütchen das Potential haben, bei wunden Brustwarzen gute Ergebnisse zu erzielen.

Bisher wurden die Hütchen nicht ausreichend auf ihre Wirksamkeit untersucht: Nur bei ihrem „Konkurrenzprodukt“, den Silberhütchen, wurde mal in einer kleineren Studie eine Wirksamkeit nachgewiesen. Das heißt aber nicht, dass Zinnhütchen nicht wirken. Im Gegenteil sind viele Frauen sehr zufrieden mit der Anwendung. Manche Stillberaterinnen berichten jedoch, dass sie das Gefühl haben, dass die Nutzung von Zinnhütchen bei einigen Mamas einen Brustsoor begünstigen kann.

Wie du Zinnhütchen anwendest

Wenn deine Brustwarzen wund sind, solltest du zunächst dafür sorgen, dass die Ursache behoben wird – soviel ist klar.

Nach jedem Stillen solltest du die Brust mit lauwarmem Wasser abspülen, um die Keimzahl zu reduzieren. Anschließend lässt du die Brust am besten an der Luft trocknen.

Nun kannst du wiederum etwas Milch aus der Brust ausstreichen und die Brustwarze und den Vorhof damit benetzen. Muttermilch ist eine der wenigen Substanzen, für die eine Wirksamkeit bei wunden Brustwarzen nachgewiesen wurde.

Auch das Zinnhütchen kannst du mit etwas Muttermilch einreiben. Dann setzt du es auf die Brustwarze auf und ziehst deinen BH an (pass gerade am Anfang der Stillzeit auf, dass das Zinnhütchen nicht zu sehr in die Brust drückt). Du kannst die Hütchen nun bis zur nächsten Stillmahlzeit darauf belassen, auch nachts, wenn du magst.

Reinigung

Nach jeder Anwendung solltest du die Stillhütchen reinigen, dazu genügen warmes Wasser und etwas Seife. Auch ab und zu eine Mischung aus Wasser und Natron kann nicht schaden.

Die Reinigung übernimmt am Besten der Papa, damit du dich auf alles andere konzentrieren kannst 🙂

Zinnhütchen kannst du so bei guter Pflege ewig benutzen. Du musst dir auch keine Sorgen machen, dass zuviel Zinn in die Muttermilch übergeht [1].

Erfahrungen

Stillende, die Zinnhütchen benutzen, sind unserer Einschätzung nach sehr zufrieden mit der Anwendung und den Resultaten.

Du kannst bei Amazon viele Rezensionen nachlesen, unseres Wissens befinden sich derzeit zwei Hersteller auf dem Markt.

  • Zinnhütchen von ZINLY*: Laut Herstellerangaben werden die Zinnhütchen von Zinly in Deutschland hergestellt und bestehen aus 99,9% Zinn, die Sicherheit wurde vom TÜV bestätigt. Achtung: Wenn du sie bei Amazon kaufst, achte darauf, dass du bei „Größe“ 2 Stück angibst, sonst bekommst du nur eins.
  • Zinnhütchen von Capelino*: Ebenfalls aus 99,9% Zinn, werden die Hütchen von Capelino laut Hersteller in Deutschland und den Niederlanden gefertigt. Der Durchmesser ist etwas größer als vom Konkurrenten.

Welche Erfahrungen hast du mit Zinnhütchen gemacht? Über eine Nachricht freuen wir uns 🙂

Also: Sind Zinnhütchen sinnvoll oder überflüssig?

Zinnhütchen gehören sicherlich nicht zu den Stillprodukten, die jede Frau braucht – auch nicht jede Frau mit wunden Brustwarzen.

Sie können aufgrund ihrer drei Schutz- und Heilungseingeschaften (antibakterielle Wirkung, mechanischer Schutz der Brustwarze und Ermöglichen feuchter Wundheilung) jedoch eine sinnvolle Ergänzung bei wunden Brustwarzen sein. Immer solltest du jedoch daran denken, die Ursachen für die Schmerzen zu beheben und alle Hilfsmittel nur ergänzend einzusetzen. Wenn die Schmerzen während der Anwendung schlimmer werden oder sich verändern, sollte auch ein Brustsoor erwogen und die Nutzung ggf. unterbrochen werden.

Quellen

[1] https://www.egms.de/static/en/journals/zhwi/2020-7/zhwi000017.shtml
[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25989381/

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