Ist Kamillentee in der Stillzeit erlaubt?

Deutsche trinken weniger Kaffee als Tee und natürlich gerne auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Nicht jederfraus Sache und trotzdem sehr beliebt ist ein Aufguss auf den Blüten der Kamille: Aber ist solch ein Kamillentee in der Stillzeit überhaupt verträglich?

Eine Tasse Kamillentee und einige Blüten danebenliegend.
Kamille ist schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. Aber darfst du Kamilltee bedenkenlos trinken, wenn du stillst?
Foto: Ingrid Balabanova/shutterstock.com

Alles, was du zur Kamille in der Stillzeit wissen musst, erfährst du hier. Die Zusammenfassung für Eilige: Ja, es ist wahrscheinlich kein Problem, Kamillentee zu trinken, wenn du ein Baby stillst. Wenn du es genauer wissen willst, lies gerne weiter 🙂

Los geht’s!

Anwendungen der Kamille

Die Kamille gehört zu den Korbblütern und es gibt verschiedene Arten von ihr, die sich jedoch nicht besonders unterscheiden. Als Heilpflanze sind vor allen die deutsche und die römische Kamille bekannt.

Als Heilpflanze wird sie seit Jahrhunderten angewandt, vor allem bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sowie bei Wunden bzw. Entzündungen der Haut.

Auch bei Stillenden findet sie in unterschiedlichen Kulturen verschiedene Anwendung:

  • als Auflage bei Mastitis
  • als Auflage oder Tinktur bei wunden Brustwarzen
  • als milchfördernde Substanz
  • als Hömopathikum mit verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten
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Wirken Kamille und Kamillentee denn tatsächlich?

Wie bei vielen Kräutern, Heilpflanzen und anderen Mitteln aus der Naturheilkunde gibt es auch zur Kamille und zum Kamillentee wenig Forschung, die die Wirksamkeit und die Sicherheit bestätigen oder ausschließen.

Die Drug and Lactation Database, die zu unzähligen Nahrungsmitteln Informationen zur Stillzeit zusammengetragen hat, weiß fast nichts über die Kamille und den Kamillentee in der Stillzeit.

Ist Kamillentee milchfördernd?

So ist keinerlei Studie bekannt, die den Effekt der Kamille auf die Milchbildung untersucht hätte. Es gibt lediglich einen Fallbericht einer Mutter, die täglich 1,5 bis 2 Liter Kamillentee getrunken und eine Zunahme der Milchmenge bemerkt habe.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein fehlender Beleg in Studien nicht unbeding heißt, dass ein Medikament nicht wirkt – tatsächlich ist es vielleicht einfach nicht untersucht worden. Studien an Stillenden und Stillbabys sind sowieso schwierig durchzuführen und oft lohnt sich der zeitliche und finanzielle Aufwand für Forschende nicht, so wohl auch beim Kamillentee.

Das Wichtigste jedoch: Um die Milchbildung anzuregen helfen Bockshornklee, Mariendistel und eben auch Kamillentee sowieso nur dann, wenn das Grundprinzip eingehalten wird: Und das ist die häufige und konsequente Entleerung der Brust durch Stillen oder Pumpen. Die leere Brust ist für den Körper das wichtigste Signal, mehr Milch zu produzieren.

Bei wunden Brustwarzen

Auch zu den wunden Brustwarzen gibt es keine spezifische Studie, die die Wirksamkeit von Kamillentee-Auflagen untersucht. Jedoch ist eine heilungsunterstützende Wirkung der Pflanze bei allerlei Erkrankungen der Haut und Schleimhäute nachgewiesen und findet auch sehr häufig Anwendung.

So könnte die Kamille auch als Hausmittel bei wunden Brustwarzen angewendet werden, ob das 100%ig sicher ist und auch wirkt, lässt sich aber nicht sagen.

Bei Blähungen

Kamillentee hat einen beruhigen Effekt auf den Magen-Darm-Trakt und kann auch dabei helfen, Blähungen zu lindern. Dieser Effekt kann theoretisch auch dadurch auftreten, dass du Kamillentee trinkst und die „anti-blähenden“ Substanzen in die Muttermilch übergehen.

Praktisch bewiesen ist das aber nicht und es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass diese Substanzen in ausreichender Menge in deinem Baby ankommen. Manche Eltern geben ihrem Baby Kamillentee um Blähungen zu lindern, davon würden wir aber mindestens im ersten halben Lebensjahr Abstand nehmen.

Eine bekanntere Teesorte zum Lindern von Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden ist übrigens der Fenchel-Anis-Kümmeltee.

Sicherheit

Wie bereits erwähnt gibt es keine Studien, die die Sicherheit des Kamillentees in der Stillzeit untersucht haben.

Andererseits muss man sagen, dass sicherlich hunderttausende stillende Mütter weltweit Kamillentee trinken – und wenn das Anlass zu größerer Sorge vor Nebenwirkungen gegeben hätte, würde es wahrscheinlich auch schon näher untersucht worden sein.

Tatsächlich wird Kamille auch in der Kinderheilkunde zur Linderung von Koliken (siehe z. B. hier) eingesetzt, ohne dass dadurch Nebenwirkungen aufgefallen wären; und hier trinken die Kinder den Tee immerhin direkt, ohne dass er durch die Mutter „gefiltert“ wurde. Wie oben beschrieben ist es zwar unwahrscheinlich, dass dieser Anti-Bauchschmerz-Effekt sich auch durch die Muttermilch überträgt, wenn du Kamillentee trinkst, aber auch nicht ausgeschlossen.

Immerhin musst du dir keine Gedanken um Koffein oder dergleichen machen, wie beim Grünen Tee.

Bei empfindlicher Haut oder Allergien sollten Anwendungen auf der Brustwarze oder das Trinken von Tee natürlich sorgsam abgewogen werden.

Zusammenfassung

Unserer Meinung nach kann Kamillentee für stillende Mütter bedenkenlos empfohlen werden, anders als zum Beispiel der möglicherweise abstillend wirkende Pfefferminztee. Wie immer gilt, dass in Maßen alles gesünder ist und du bei Auffälligkeiten bei dir oder deinem Baby erstmal eine Weile keinen Kamillentee mehr verzehren solltest.

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