„Goldene Milch“ in der Stillzeit

Sieht super aus, schmeckt gut und ist sogar gesund – aber ist die „Goldene Milch“ in der Stillzeit erlaubt?

Eine Tasse Goldene Milch auf einem Tisch.
„Goldene Milch“ schmeckt auch in der Stillzeit gut.
Foto von vm2002/shutterstock.com

Das In-GetrĂ€nk aus Hafermilch, Kurkuma, Ingwer und weiteren Zutaten findet sich in immer mehr RezeptbĂŒchern, KĂŒchen und CafĂ©s. Aber sind die einzelnen Zutaten stillvertrĂ€glich, oder sogar gesund? Hier erfĂ€hrst du alles, was du darĂŒber in der Stillzeit wissen musst.

Die Kurzfassung, falls du keine Zeit hast:

Ja, du darfst „goldene Milch“ trinken in der Stillzeit trinken, solange:

– beim Baby und dir keine Allergien oder sonstige Erkrankungen bestehen
– du es nicht ĂŒbertreibst und eher geringe Mengen zu dir nimmst,

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das ĂŒberhaupt kein Problem fĂŒr euch beide. Allerdings musst du damit leben, dass einige der Zutaten nie wirklich hinsichtlich ihrer Sicherheit in der Stillzeit untersucht wurden.

Wenn du es genauer wissen willst, lies einfach weiter 🙂

Los geht’s!

Ein typisches Rezept

Rezepte fĂŒr die goldene Milch gibt es reichlich und sie unterscheiden sich in Details. Hier ein Rezept, wie du es zubereiten könntest.

  • 500 ml Hafermilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • Ein daumendickes StĂŒck Kurkuma (alternativ 2 Teelöffel Kurkumapulver)
  • ein daumendickes StĂŒck Ingwer
  • 1 EL Honig (oder Reissirup oder Agavendicksaft fĂŒr Veganerinnen)
  • Eine Prise Pfeffer
  • Eine Prise Zimt
  • Eine Prise Kardamom
  • eine Prise Muskatnuss
  • Ein Teelöffel Kokosöl

Anleitung: Hafermilch aufkochen. Kurkuma und Ingwer schĂ€len und fein reiben. Alle Zutaten in der heißen Hafermilch verrĂŒhren – schon fertig.

Es ist also ein einfaches Rezept, das im Prinzip nur gesunde Zutaten enthÀlt.

Wenn du es noch einfacher magst, kannst du auch einfach eine der vielen fertigen Mischungen kaufen, die auf dem Markt bestehen.

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Aber sind die enthaltenen Zutaten auch in der Stillzeit vertrÀglich? Schauen wir sie uns mal im Detail an.

Goldene Milch – StillvertrĂ€gliche Zutaten?

Schauen wir uns als erstes die Hauptzutat an und gehen dann der Reihe nach durch.

Hafermilch

Hafermilch (und soweit wir wissen quasi alle anderen Pflanzenmilchen) sind in der Stillzeit problemlos vertrĂ€glich. Haferflocken sind eine der wichtigsten Zutaten von sogenannten „Stillkugeln„, die die Milchbildung fördern sollen.

Ob da was dran ist, ist nicht erwiesen. SchÀdlich ist Hafer in der Stillzeit jedoch nicht.

Kurkuma

Kurkuma und Ingwer sind verwandte Pflanzen, die – sind wir mal ehrlich – sich auch ziemlich Ă€hlich sehen.

Kurkuma wird in Indien ebenfalls ein positiver Einfluss auf die Milchbildung zugeschrieben, das ist aber nicht sicher belegt. Er soll außerdem entzĂŒndungshemmend wirken und angeblich sogar helfen können, Krebs zu verhindern und zu behandeln. Ob das stimmt – man weiß es nicht genau. Lies mehr darĂŒber auf unserer Extraseite: Kurkuma in der Stillzeit.

Anhaltspunkte dafĂŒr, dass Kurkuma (in normalen Mengen genossen) fĂŒr dich oder dein Baby schĂ€dlich sein kann, gibt es unseres Wissens nicht.

Ingwer

Ingwer macht sich nicht nur gut in Tee, als Marmelade oder als Zutat in fernöstlichem Essen, sondern auch in der goldenen Milch.

Er wird ebenfalls in vielen LĂ€ndern als Heilpflanze angesehen und soll unter anderem die Verdauung fördern, den Kreislauf anregen und gegen Übelkeit helfen. Auch ĂŒber diese Knolle haben wir einen ausfĂŒhrlichen Artikel verfasst.

Zwar ist auch der Ingwer in der Stillzeit nicht ausfĂŒhrlich untersucht worden, es gibt aber auch keinen Hinweis darauf, dass der Verzehr schaden könnte – abgesehen davon, dass er den Geschmack der Muttermilch verĂ€ndern kann. Das stört allerdings die meisten Babys eher nicht.

Honig

Honig kann bei SÀuglingen Botulismus auslösen, eine gefÀhrliche Krankheit, die sogar lebensbedrohlich sein kann. Das liegt daran, dass die manchmal im Honig enthaltenen Sporen des Bakteriums sich im unreifen Darm von Babys vermehren können.

Als Stillende musst du dir darĂŒber aber keine Gedanken machen. Die Sporen können nicht in die Muttermilch ĂŒbergehen und einem Löffel Honig in der goldenen Milch steht auch in der Stillzeit nichts im Weg.

Lies mehr ĂŒber Honig in der Stillzeit.

FlĂŒssiger Honig.
Honig sieht ja auch irgendwie golden aus. Aber er gibt dem ganzen nur etwas SĂŒĂŸe. GefĂ€hrlich ist er fĂŒr dich als Stillende oder fĂŒr dein Baby nicht, wenn du ihn isst.
Foto von FLY:D auf Unsplash

Pfeffer

Pfeffer kann problemlos auch in der Stillzeit verzehrt werden – zumal wir in keinem Rezept fĂŒr Goldene Milch Mengenangaben grĂ¶ĂŸer als „eine Prise“ gefunden haben.

TatsĂ€chlich kann zuviel Capsaicin – das ist der Stoff, der scharfe Lebensmittel scharf macht – in die Muttermilch ĂŒbergehen und den Geschmack verĂ€ndern. Allerdings nur wenn du ihn in grĂ¶ĂŸeren Mengen verzehrst. Mit goldener Milch solltest du auf der sicheren Seite sein.

Zimt

Über die Sicherheit von Zimt bei Stillenden ist wenig bekannt. Aufpassen sollte man mit Cassia Zimt, da dieser recht hohe Dosen Cumarin enthĂ€lt, ein Lebergift. Gerade Menschen mit Vorerkrankungen der Leber und Kinder mĂŒssen aufpassen, hier nicht zu hohe Dosen abzubekommen, was schnell passiert.

Es gibt jedoch keinen Grund zu glauben, dass gerade Ceylon-Zimt – in normalen Dosen eingenommen – irgendwie schĂ€dlich fĂŒr dein Baby sein sollte, wenn du ihn in der Stillzeit zu dir nimmst. Immerhin wird er tĂ€glich millionenfach verzehrt, auch von Schwangeren und Stillenden.

Kardamom

Auch ĂŒber Kardamom gibt es kaum Forschung bei Stillenden. Wie bei allen GewĂŒrzen solltest du es in der Stillzeit nicht ĂŒbertreiben und ihn in ĂŒblichen Mengen verzehren, dann sollte nichts passieren.

Muskatnuss

Auch zur Muskatnuss gibt es keine Forschung: Man weiß schlicht nicht, ob sie sich positiv oder negativ auf Stillende bzw. Stillbabys auswirkt, weil es nicht untersucht wurde.

In hohen Dosen kann Muskatnuss zu Vergiftungen fĂŒhren, das sollte aber nicht passieren wenn du nur eine Prise hin und wieder in eine goldene Milch einrĂŒhrst.

Kokosöl

Das gleiche gilt fĂŒr Kokosnuss. Die VertrĂ€glichkeit bei Stillenden wurde nie untersucht, genaues weiß man also nicht, aber manche medizinische Quellen geben wiederum an, dass sich Kokosnuss positiv auf die Milchbildung auswirken könnte.

Ashwaganda

In unserem Rezept oben haben wir Ashwaganda, die „Schlafbeere“ nicht aufgefĂŒhrt, in vielen kommerziellen Mischungen ist dieses ayurvedische GewĂ€chs jedoch enthalten.

Ähnlich wie dem Ginseng werden Ashwaganda viele medizinisch vorteilhafte Eigenschaften zugeschrieben, deshalb wird die Pflanze auch in der ayurvedischen Medizin hĂ€ufig eingesetzt. Belege fĂŒr den Nutzen in hochrangigen Studien gibt es jedoch nicht.

Auch zum Nutzen und zur Sicherheit von Ashwaganda in der Stillzeit ist wenig bekannt. Zwar wird es ebenfalls in manchen LĂ€ndern zur Steigerung der Milchmenge eingesetzt, es ist aber nur eine Studie bekannt, die jedoch keinen wissenschaftlichen Anforderungen entsprach.

Wie so oft in der Stillzeit heißt es in der Drug and Lactation Database: Über dieses Mittel sind nicht genug Studien bekannt und deshalb sollte es in der Stillzeit gemieden werden. Das deutsche Institut fĂŒr Risikobewertung rĂ€t vom Verzehr durch Stillende ab.

Hier noch eine Fertigmischung ohne Ashwaganda:

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Erfahrungen

Ab und zu so eine Spezialmilch zu trinken, sollte in der Stillzeit kein Problem sein – aber Studien zur Sicherheit gibt es eben nicht.

In diesem Fall ließe sich auf Erfahrungen zurĂŒckgreifen. Wir persönlich kennen mindestens zwei MĂŒtter (und Anastasia), die problem- und komplikationslos die ein oder andere goldene Milch getrunken haben. Aber aus so wenigen Berichten lĂ€sst sich natĂŒrlich keine AllgemeingĂŒltigkeit ableiten.

Zusammenfassung: Darf ich „Goldene Milch“ in der Stillzeit trinken?

So wie es aussieht: Ja.

Einige der typischen Inhaltsstoffe wurden nie in Studien untersucht, aber das hat auch manchmal zwei simple GrĂŒnde:

  1. Die Zutaten haben nie Anlass zur Sorge gegeben, weil sie millionenfach problemlos von Stillenden konsumiert werden.
  2. Studien an Stillenden sind aus ethischer Sicht sehr heikel und dĂŒrfen nicht ohne weiteres durchgefĂŒhrt werden.

Dieses Problem gilt bei sehr vielen Lebensmitteln und fĂŒhrt dazu, dass beim Thema ErnĂ€hrung in der Stillzeit manchmal Fragen aufkommen.

Auch wenn wir eine absolute Sicherheit bei jeder Frau natĂŒrlich nicht garantieren können, spricht also wenig dagegen, dass du dir hin und wieder eine goldene Milch in der Stillzeit gönnen darfst – so wie wahrscheinlich tausende andere Stillende in den letzten Jahren auch – du solltest es eben nur nicht ĂŒbertreiben.

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