Lakritz in der Stillzeit

Aus dem Extrakt der Süßholzwurzel entstehen Lakritz-Schnecken und Lakritz-Taler, Kräutertees und saure Lakritze. Unwiderstehliche Leckereien für Lakritz-Fans!

Mehrere Lakritzschnecken übereinander gestapelt.
Geschmacklich eh nicht jederfraus Sache, aber darf Lakritz in der Stillzeit gegessen werden?

Doch Lakritz enthält Glycyrrhizin, das verschiedene Auswirkungen auf den Organismus hat. Dürfen Frauen in der Stillzeit Lakritz überhaupt konsumieren? Wie so oft in der Ernährung – nicht nur in der Stillzeit – lautet die kurze Antwort:

Die Dosis macht das Gift!

Mehr dazu im folgenden Artikel.

Los geht’s!

Lakritz in der Heilkunde

Echtes Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist eine Hülsenfrucht aus dem Mittelmeerraum. Die Staude ist schon seit Jahrtausenden als Nutz- und Heilpflanze bekannt. Aus den Hölzern der Pflanze wird ein Saft gewonnen, der eingedickt zu den verschiedenen Arten von Lakritz verarbeitet wird, die wir kennen.

Vom schwarzen Gold zum Bärendreck

Im Norden als schwarzes Gold geschätzt, heißt die Lakritze in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz abwertend Bärendreck. Das besondere Aroma scheidet die Geister. Und ebenso steht es mit der Wirkung von Lakritz. Denn Produkte aus Süßholz sind mehr als nur Snacks und Naschereien – sie können therapeutische Wirkungen haben.

Die Dosis macht das Gift

Lakritz wird bei Husten, Magenproblemen und Verdauungsproblemen und als Entzündungshemmer eingesetzt. Das Süßholz erhöht jedoch auch den Blutdruck und eine Überdosis ist möglich. 100 Gramm reines Lakritz können zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen führen, offenbar kann auch der Hormonhaushalt gestört werden.

Starklakritze mit besonders hoher Konzentration an dem Wirkstoff Glycyrrhizin müssen deshalb gesondert gekennzeichnet werden. In manchen Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien wird die pure, konzentrierte Rohmasse aus Süßholzextrakt sogar direkt als Medizin verzehrt.

Lakritz sollte als Heilpflanze in der Stillzeit keinesfalls ohne ärztliche Aufsicht eingesetzt werden.

Lakritze in der Stillzeit: Ja oder Nein?

Schwangere Frauen sollten zur Sicherheit lieber auf Lakritze verzichten. Bestimmte wissenschaftliche Studien, die vom Konsum von Lakritze in der Stillzeit abraten, gibt es aber nicht.

Bewiesen ist, dass der Geschmack der Muttermilch von den Aromen beeinflusst werden kann. Dieser Effekt schwindet innerhalb von einigen Stunden. Generell hat der veränderte Geschmack der Muttermilch keine negativen Einflüsse auf den Säugling. Babys, die Muttermilch trinken, sind offener für neue Geschmackseindrücke.

In der Türkei nutzen stillende Mütter sogar den Verzehr von Lakritze, um den Geschmack ihrer Milch zu verbessern.

Es ist nicht auszuschließen, dass das in Lakritz vorhandene Glycyrrhizin Einfluss auf die Milchproduktion hat. Denn in verschiedenen Kulturen wird Süßholz entweder eingesetzt, um die Milchproduktion zu steigern oder sie – etwa beim Abstillen – zu senken.

Genaue Zusammenhänge lassen sich aus diesen Erfahrungen nicht schließen, weil in der Regel das Süßholz nicht allein, sondern in Kombination mit verschiedenen anderen Heilpflanzen in Tees eingesetzt wird. Solche verschieden gemischten Kräutertees werden auch manchmal Kindern bei Koliken und Blähungen verabreicht.

Insgesamt muss man sagen: Um die Milchmenge zu steigern, spielen ganz andere Dinge eine Rolle.

Lakritze in Maßen, nicht in Massen

Wer während der Stillzeit ein paar Lakritz-Schnecken nascht, sollte sich keine unnötigen Sorgen machen.

Die Konzentration des Wirkstoffs Glycyrrhizin in den Süßigkeiten aus dem Supermarkt ist zu gering, um bedeutenden Einfluss auf die Milchproduktion zu haben.

Wie immer gilt: Konsum mit Maßen, nicht in Massen.

Auch die U.S. Food and Drug Administration (FDA) sieht im Verzehr von Lakritz und Produkten, die den Süßholzextrakt enthalten, keine Bedenklichkeit. Erwiesene Probleme für Kinder, deren Mütter während der Stillzeit Lakritz essen, gibt es unseres Wissens nicht.

Exzessiver Genuss von hochkonzentriertem Lakritz, Trinken von mehreren Litern Kräutertee mit Süßholz oder das Verspeisen eines ganzen Regals an Süßigkeiten mit Lakritz-Extrakt sind für alle Menschen kritisch – nicht nur für stillende Mütter.

Wenn du gerne Lakritze magst, darfst du dir auch während der Stillzeit die eine oder andere Nascherei gönnen.

Quellen: https://www.drugs.com/breastfeeding/licorice.html

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