Die Hungerzeichen beim Säugling erkennen

Die frühen Hungerzeichen beim Säugling zu erkennen ist wichtig, um nicht plötzlich ein schreiendes Baby vor sich zu haben. Warum das wichtig ist und wie die Hungerzeichen deutest, lernst du hier.

Zu spät – das Schreien ist schon ein spätes Hungerzeichen
Foto: DudnikPhoto/shutterstock.com

Los geht’s!

Warum es wichtig ist, die Hungerzeichen eines Babys zu erkennen

Aus einem einfachen Grund ist es wichtig, dass du bald lernst, die Hungerzeichen deines Babys richtig zu deuten: Das Stillen wird einfacher.

Ein Baby ist in den ersten Lebenstagen an nicht vielen Dingen interessiert: Außer trinken will es schlafen, trinken, sauber sein und nicht frieren. So ein Neugeborenes verschläft fast den ganzen Tag – wenn es wach wird, dann eigentlich nur aus einem Grund – weil es trinken will.

„Ein waches Baby ist ein hungriges Baby“

Hebamme Heike

In der Regel geraten Neugeborene nicht aus dem Tiefschlaf direkt in eine Phase höchster Wachheit über. Nein, sie werden langsam wach. Und dieses langsame Wachwerden kannst du schon als Hungerzeichen deuten – der Magen, der beim Neugeborenen noch sehr klein ist, ist leer und will gefüllt werden.

Da passt nicht viel rein, und die Muttermilch rutscht auch noch schnell durch: Der Magen eines Babys.
Illustrationen auf dieser Seite zur Verfügung gestellt von Gudrun Marth, #diestillustratorin

Junge Eltern sind in den ersten Tagen nach der Geburt noch total müde und freuen sich fast immer, wenn ihr Baby etwas länger schläft, gerade nach anstrengenden Nächten.

Oft ist der Reflex nun, bei einem solchen wachwerdenden Baby, ihm einen Schnuller hineinzustecken, damit es noch etwas weiterschläft. Und das klappt auch wunderbar: Baby nuckelt etwas, schläft dann wieder ein.

Das Problem

Das Problem ist aber, dass solch ein Baby mit hoher Wahrscheinlichkeit wenig später erneut wach wird – und dann aber sofort auf 180 und superhungrig ist. Der Schnuller hat in dem Fall ein Beruhigungsgefühl gegeben, das Nuckelbedürfnis gestillt – aber eben nicht den Hunger.

Und am Anfang der Stillzeit, wo alles noch schwierig und Mama und Kind noch ungeübt sind, kann es nun sehr, sehr schwierig sein, dieses Baby an die Brust zu bekommen. Frust und wunde Brustwarzen sind vorprogrammiert.

Deshalb solltest du die Hungerzeichen – oder man kann besser noch Stillzeichen sagen – kennen, um diese Situation gar nicht erst auftreten zu lassen.

Die Hungerzeichen im Detail

Alle Hungerzeichen können bei wachen Babys, aber auch aus dem Schlaf heraus auftreten. Die Übergänge sind fließend. Insgesamt geht es darum zu erkennen, dass eine zunehmende Unruhe schon Hunger bedeutet – ein waches Baby ist ein hungriges Baby. Ein schlafendes, aber zunehmend unruhiges Baby ist in den meisten Fällen ein hungrig werdendes Baby.

Natürlich können auch andere Gründe hinter einem unruhigen Baby stecken. Ihm ist zu kalt, ihm tut etwas weh, usw. – das Häufige ist aber das Häufige, und das eben der Wunsch, gestillt zu werden.

Frühe Hungerzeichen

Das Baby dreht den Kopf, wird unruhig, öffnet den Mund, leckt.

Die frühen Hungerzeichen sind noch subtil, zeigen aber schon an, was das Kind möchte: Es möchte trinken. Die Bewegungen, die es dabei ausführt, sind nicht nur unkoordinierte Abläufe, sondern dienen auch dazu, die Brust zu finden.

Ein Baby dreht den Kopf, in der Hoffnung, die Brust zu finden. Es öffnet den Mund, um anzudocken. Dass du dabei vielleicht noch gar nicht in der Nähe bist, weiß es natürlich nicht. Wenn du möchtest, kannst du dein Baby jetzt schon stillen – auch wenn es noch scheinbar schläft.

Mittlere Hungerzeichen

Das Baby führt die Hand zum Mund, wird unruhiger, streckt sich.

Mittlere Hungerzeichen deuten daraufhin, dass dein Baby nun wirklich gestillt werden möchte. Es sucht die Brust mit Nachdruck, macht auf sich aufmerksam, führt die Hand zum Mund, nuckelt vielleicht auch daran.

Diese Zeichen dienen seit Jahrtausenden dazu, der Mutter zu sagen: Hey! Ich bin hier. Gib mal was zu Essen her.

Du solltest jetzt reagieren. Wenn kein Anhalt dafür besteht, dass die Windel voll oder sonst etwas unangenehmes dazu führen könnte, dass dein Baby zunehmend unruhig wird, dann ist es wohl der Hunger.

Späte Hungerzeichen

Jetzt aber flott: Das Baby weint, regt sich auf, läuft rot an und wirft sich hin und her.

Schlussendlich wird sein Baby sein ganzes Repertoire ausnutzen, um dich auf es aufmerksam zu machen: Es tobt vor Hunger!

Es kann nun sehr schwer sein, dieses tobende Baby an die Brust zu bekommen. Es ist unerfahren, du bist unerfahren – manchmal hilft jetzt nur, das Baby anderweitig zu beruhigen, ehe es angedockt werden soll. Dafür nimmst du es zum Beispiel auf den Arm, schaukelst es vorsichtig hin und her, redest ihm zu, machst „Shhhhh“-Geräusche, und so weiter.

Fazit

Um es nochmal zu wiederholen: Ein waches Baby ist ein hungriges Baby. Für einen guten Stillerfolg nimm dir vor, immer frühzeitig zu stillen, auch wenn das sehr häufig am Tag sein sollte. In den ersten Tagen ist es völlig normal, wenn du 12 Mal und öfter stillst.

Lass den Schnuller in den ersten 6 Wochen am besten ganz weg, auch, um eine Saugverwirrung zu vermeiden und biete schon bei ersten Unruhezeichen die Brust an.

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