Abstillen nach Gordon

Endlich durchschlafen! Das wünschen sich alle Eltern ziemlich rasch. Das Abstillen nach Gordon kann eine Möglichkeit sein, dir dazu zu verhelfen.

Ein Stillkind bzw. älterer Säugling schläft.
Jetzt tut es so unschuldig: Gerade Stillbabys werden (vor allem nachts) jedoch häufig wach. Das kann ganz schön quälend sein. Das nächtliche Abstillen nach Gordon kann eine Hilfe sein, wieder entspanntere Nächte zu haben.

Als Stillfamilie habt ihr oft sehr schwere Nächte, vor allem im Familienbett: Da ist die Brust einfach ständig in der Nähe und viele Kinder wachen stündlich (oder noch öfter!) auf, um kurz zu snacken.

Aber ist die Gorschonsche Methode ein geheimes Erfolgsrezept für ruhige Nächte, oder ist es nur eine weitere von tausend Möglichkeiten, dein Kind nachts abzustillen?

In diesem Artikel erklären wir dir die Methode des amerikanischen Arztes, wann sie sinnvoll ist und wo die Unterschiede zu den „bewährten“, aber oft brutalen Schlaftrainings ist, die seit Jahrzehnten überall auf der Welt durchgeführt werden.

Abstillen nach Gordon – Los geht’s!

Warum werden Stillkinder eigentlich ständig wach?

Kennst du das auch:

Da erzählen andere Mamas davon, wie sie in der Nacht zwei Mal geweckt wurden und jetzt sooo müde sind? Und am Liebsten würdest du sie zerreißen, denn du hast dich gefühlt hundert Mal umgedreht, um dein Kind wieder und wieder und wieder zu stillen?

Nun – das ist das Schicksal vieler „Langzeitstillenden“, vor allem derer, die ihr Kind mit im Familienbett schlafen lassen. Der „Erfinder“ des Abstillens nach Gordon, Herr Gordon eben, sagt es so:

„Stillbabys im Familienbett schlafen auch nicht besser als du es würdest, wenn du gemütlich neben dem besten 24/7 – Restaurant der Stadt ein Nickerchen hieltest.“

übersetzt nach Dr. Jay Gordon

Uns macht es immer Spaß, uns in die stammesgeschichtliche Vergangenheit des Menschen einzudenken:

Damals, in grauer Vorzeit, kannte noch keiner die Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Deshalb hatte auch noch keine Familie Angst davor, die Nächte in einem „Familienbett“ zu verbringen.

Jeder Mensch, (auch jeder Erwachsene), wird mehrmals in der Nacht kurz wach. Ein sehr müder Mensch checkt dann ganz schnell, ob alles in Ordnung ist – fehlt ein Familienmitglied? Schleicht sich ein Säbelzahntiger in die Höhle?

Du kennst das vielleicht, wenn du mitten in der Nacht wach wirst und dein Partner liegt nicht mehr neben dir. Warum wirst du wach, obwohl immer noch alles leise ist? Weil etwas anders ist. Ungewöhnlich.

Liegt eine Großfamilie zusammen in einer Höhle, und wird jeder alle halbe Stunde ganz kurz wach, steigen die Überlebenschancen. Ansonsten muss man Wächter aufstellen, die – naja, wachen, wenn die anderen schlafen.

Und dein Kind macht bei der Sache mit:

Es wird wach und checkt, ob alles beim Alten ist.

Und wenn dein Kind gewöhnt ist, beim Einschlafen an der Brust zu liegen, dann will es eben auch genau das wiederfinden:

Deine Brust. Nur an der Brust ist alles gut.

Dieses Verhalten kennen zwar nicht nur Eltern von Stillkindern. Genauso können die Kleinen wach werden und müssen schnullern, oder brauchen deine Nähe oder ihr Kuscheltier oder Schnuffeltuch, um wieder einschlafen zu können.

Ein älterer Säugling schläft auf dem Arm des Vaters
Es ist völlig normal, dass Babys nachts nach Nähe, oder zumindest nach einer Art von Geborgenheit suchen. Dies hat oft mit Gewöhnung zu tun.

Stillkinder aber, gerade in Familienbetten, scheinen sich langsamer daran zu gewöhnen, dass auch dann alles gut ist, wenn man einfach nur in seinem Bettchen liegt.

So jedenfalls lautet die Hypothese, warum Stillkinder im Familienbett so häufig wach werden. Ob das wirklich der Grund ist, ist nicht bewiesen.

Aber dass gerade solche Familien sich irgendwann wünschen, nachts abzustillen, scheint eindeutig.

Auftritt Dr. Jay Gordon, MD.

Jay Gordon und seine Methode zum nächtlichen Abstillen

Dr. Gordon ist ein amerikanischer Arzt, der sich – ungewöhnlich für einen Mann – früh für das Stillen eingesetzt hat. Er war der erste Mann, der das IBCLC-Examen bestanden hat, also die höchste Ausbildung, die die Stillberatung zu bieten hat. Seitdem setzt er sich zur Förderung des Stillens und einer gesunden Kinderernährung ein.

Achtung: Dr. Gordon setzt sich auch für eine „individuelle Impfentscheidung“ ein und verharmlost die Gefahr, die von impfpräventiblen Krankheiten ausgehen kann. Das entspricht nicht dem was wir bei #teammuttermilch glauben.

Aber sei’s drum: Einen Gegenentwurf zum typischen „Immer-etwas-länger-schreien-lassen“-Schlaftraining hat Jay Gordon eben auch erfunden, und das sollten wir uns genauer ansehen.

Das Konzept

Gordon macht auf seiner Website eindeutig klar, dass es aus seiner Sicht drei „Abstufungen“ der ganzen Sache gibt, wobei jede deutlich besser ist als die nächste.

  1. Weiter stillen bis zum Ende des zweiten Lebensjahres oder darüber hinaus: Das ist das, was auch die WHO und so ziemlich alle Stillverbände dieser Welt empfehlen: Denn wie lange stillen ist okay? So lange Mutter und Kind es wollen.
  2. Nächtliches abstillen nach Gordon – aber frühestens nach Ende des ersten Lebensjahres: Wahrscheinlich musst du nicht genau den 1. Geburtstag abwarten, um mit dem nächtlichen Abstillen zu beginnen (was ist das denn auch bitte für ein Geburtstagsgeschenk?). Aber viel früher sollte es auch nicht sein.
  3. Früher abstillen als nach einem Jahr: Siehe oben.
Die Tabelle zeigt, was Gordon und wir für sinnvoll halten (besonders gut: WHO Empfehlung folgen, am wenigstne gut, gar nicht stillen. Dazwischen Abstufungen)
Grafisch umgesetzt, was Gordon für sinnvoll hält. Die unteren 4 Kategorien haben wir aus unserer Sicht dazu gedichtet.

Gordon ist realistisch genug zu wissen, dass nicht jede Mutter ihr Kind zwei Jahre und länger stillen wird. Gerade diejenigen, die wieder arbeiten müssen, und dabei vor allem die, die nachts häufig geweckt werden, haben es schwer.

Wenn die empfohlenen zwei Jahre nicht klappen, dann solltest du natürlich auch ohne schlechtes Gewissen abstillen dürfen. Gordon würde jedoch nicht empfehlen, dies vor dem 13. Lebensmonat zu tun. Dies führt er auf mögliche psychologische Schäden zurück, die aufgezwungene Änderungen am Schlafrhythmus für das Baby haben könnten.

Soweit wir wissen, wurden solche psychologischen Schäden nie bewiesen – persönlich halten wir jedoch auch nichts davon, Schlaftrainings mit „Schreien lassen“ durchzuführen, und schon gar nicht so früh.

Was wiederum nicht heißen soll, dass das Gordons Methode des Abstillens völlig ohne Geschrei auskommen wird.

Leider nein.

Worum es beim Abstillen nach Gordon geht

Gordon geht davon aus, dass das Verhalten eines kleinen Kindes, das nachts häufig an die Brust will, völlig normal ist: Es sei nun mal die natürlichste und engste Art, nah bei seiner Mutter zu schlafen. Warum auf etwas verzichten, was Gemütlichkeit und Sicherheit verspricht?

Das Baby gerät dabei aber in den Konflikt mit der Mutter, wenn diese aufgrund des ständigen Andockens nicht mehr schlafen kann. Darunter leidet sie, ihre Arbeit, der Rest der Familie.

Statt dem Kind seine Grundbedürfnisse nach Nähe und Geborgenheit völlig zu nehmen (wie es die klassischen Schlaftrainings leider beinhalten), schlägt Gordon vor, ganz langsam Stück für Stück kleine Dinge zu verändern, ohne dabei dem Kind zu vermitteln, dass es nicht mehr geliebt oder beschützt wird.

Diese langsame Veränderung läuft in drei Phasen ab.

Wenn du den genauen Wortlaut lesen möchtest, besuche die Website von Dr. Gordon oder lies dir die deutsche Wort-für-Wort-Übersetzung bei den Rabeneltern durch.

Hier findest du das wichtigste zusammengefasst:

Die magischen 7 Stunden

Gordon schlägt vor, dem Kind nicht die ganze Nacht die Brust „wegzunehmen“, sondern nur die Zeit, die für den erholsamen Schlaf der Mutter am wichtigsten ist. Seine Vorstellung ist, dass sieben Stunden pro Nacht für dich reserviert sind.

Es können auch weniger oder mehr sein, aber sieben Stunden ist die Zeit, die einen gesunden und erholsamen Schlaf garantieren sollten.

Möglicherweise sind für dich die Stunden von 23 Uhr bis 6 Uhr die wertvollsten, oder von 22 Uhr bis 5 Uhr – ganz wie du willst. Dein Kind soll lernen, dass du diese Zeit für dich brauchst.

Das Diagramm zeigt grafisch zwei Alternativen, welche 7 Stunden in der Nacht zukünftig ohne Stillen auskommen sollen.
Ob du von 22 bis 5 Uhr oder von 23 bis 6 Uhr für dich reservieren möchtest: Hauptsache, du kriegst irgendwann wieder genug Schlaf, um auch tagsüber fit zu sein.

Die erste Phase

Wenn dein Kind schon älter ist, kannst du ihm von deinem Plan erzählen. Sicherlich wird es nicht hundertprozentig verstehen, was Sache ist, aber es schadet nicht, eine Veränderung zuvor anzukündigen.

Nehmen wir an, dein Kind geht um 20 Uhr ins Bett. Du kannst es zum schlafen bringen, wie du magst – kuscheln, einschlafstillen, usw. – eben genau so, wie ihr es am besten könnt und gewohnt seid. Endlich Ruhe! Zumindest vermeintlich. Du kannst jetzt die Küche putzen, oder deine/n Parter/in die Küche putzen lassen und dich aufs Sofa werfen, du kannst die Steuererklärung machen oder Yoga.

Wenn dein Kind so ist, wie unsere, wirst du allerdings nicht lange Zeit dafür haben.

Jedes Mal, das dein Kind nun schreit und an die Brust will, gehst du hin und gibst ihm die Brust. Du wartest, bis es wieder eingeschlafen ist.

Jedes Mal.

Bis 21:59 Uhr.

Eine digitale Bahnhofsuhr, die die Uhrzeit 21:59 Uhr anzeigt.
Gerade ist noch alles gut – und dann beginnt eine harte Zeit für Mama und Baby.
Foto (modifiziert) von Sacha Roux auf Unsplash

Sobald es 22 Uhr ist, änderst du aber die Vorgehensweise:

Du gibst ihm wieder die Brust – aber nicht, bis es einschläft.

Sobald dein Baby kurz davor ist, einzuschlafen, leg es zurück in sein Bettchen / Beistellbettchen / auf seinen Rücken im Familienbett (eben da hin, wo es sonst auch schläft).

Dein Baby wird das richtig sch**** finden!

Das Abstillen nach Gordon ist nicht jederbabys Sache: Hier ein weinendes Stillbaby auf dem Bauch liegend.
Kein Fan von Dr. Gordons Methode: Jedes Stillbaby. Zumindest am Anfang.

Und das darf es auch. Diese Veränderung wird ihm nicht schmecken, weil es nun mal einige Prozentpunkte weniger schön ist, als an der Brust einschlafen zu dürfen.

Aber du bist nicht weg. Du bist immer noch da, streichelst dein Kind, gibst ihm Küsschen, singst ihm was vor, raunst ihm Wichtelworte zu.

Dein Kind wird schreien, unter Umständen auch relativ lange und ziemlich erbärmlich. Aber mach dir keine Sorgen: Irgendwann wird es einschlafen. Und es wird dich nicht hassen, und es wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch kein Entwicklungsproblem kriegen oder sonst irgendwas.

Es lernt einfach gerade, ganz langsam Schritt für Schritt, alleine einzuschlafen.

Das ist ziemlich viel Wert. Und ab 5 Uhr darf es dann auch wieder trinken, und an der Brust einschlafen, wenn es will.

Dieses Verfahren hältst du, so schlägt Gordon vor, drei Nächte lang durch. Das können sehr, sehr haarige Nächte werden. Und dann wird es noch ein bisschen haariger.

Die zweite Phase

In der zweiten Phase ist es dann auch schon so weit:

Wenn dein Kind wach wird, stillst du es nicht.

Dies ist der logische Schritt nach den ersten drei Nächten. Nach und nach wird der Kontakt reduziert. Wo es vorher noch an die Brust durfte, aber alleine einschlafen musste, muss es die nächsten drei Nächte ohne Stillen auskommen.

Auch das wird es erstmal hassen. Aber du bist ja nicht weg: Du nimmst dein Kind auf den Arm, wiegst es hin und her, küsst und kuschelst es – und wenn es dann doch wieder langsam müde wird, dann legst du es hin, bevor es einschläft.

Vielleicht wird es dann wieder wach. Und wieder wütend. Dann nimmst du es wieder hoch, beruhigst es, singst ihm „Alles neu macht der Mai“ vor. Und legst es wieder hin. Irgendwann schläft es ein.

Gordon schreibt, dass manche Kinder nach zehn Minuten wieder schlafen, während andere eine Stunde brauchen. Ihnen sei bewusst, dass sie Liebe und Aufmerksamkeit kriegen – aber nicht die Art, die sie gerade wollen.

Es sei sehr schwer, diesem Schimpfen zuzuhören. Aber Gordon ist überzeugt, dass ein Kind, das ein Jahr oder länger uneingeschränkt geliebt wurde und alles bekam, was es wollte, ebenfalls davon profitieren wird, wenn seine Eltern besseren Schlaf kriegen.

Die dritte Phase

Nun wird es ernst, und wenn alles so läuft, wie Gordon sich das vorstellt, dann werdet ihr bald endlich ein paar ruhige Nachtstunden verbringen können.

Ab der siebten Nacht wirst du dein Baby nicht mehr hochnehmen. Wenn es wach wird, darfst du es mit Worten beruhigen, es streicheln, noch mehr reden. Nicht mehr stillen. Nicht mehr knuddeln.

Auch dieser Schritt wird nicht auf viel Gegenliebe stoßen. Aber Gordon meint, die meisten Kinder vertragen diesen dritten Schritt deutlich besser als die ersten zwei.

Abstillen nach Gordon: Der grobe Ablauf in 3 Ohasen (1. Baby stillen, bis es einschläft, 2. nicht mehr stillen, aber hochnehmen um zu beruhigen, 3. nicht mehr stillen und nur noch liegend beruhigen)
Der grobe Ablauf

Und dann?

Dann hast du im Idealfall ein Baby, das sich noch ein paar Tage lang durch Streicheln und Reden beruhigen lässt, ehe es dann einfach die sieben dir zustehenden Stunden durchschläft.

Die gewonnene Lebensfreude und Wachheit am Tag darfst du dann mit Zoobesuchen, langen Spielsessions auf dem Autoteppich und ganz viel wacher Aufmerksamkeit für dein Baby zurückzahlen 😉

Häufige Fragen

Hat das Abstillen nach Gordon eine Erfolgsgarantie?

Natürlich nicht!

Es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, deinem Kind das nächtliche Stillen abzugewöhnen. Gordon hat sich die Methode ausgedacht, weil er um den Seelenschmerz weiß, den eine stillende Mutter (und ein liebender Vater!) empfindet, wenn das Kind nachts herzzerreißend in deine Arme schreit.

Es geht natürlich noch sanfter und es geht noch viele Nummern härter. Die Gordon Methode ist ein Mittelweg, der einerseits die Bedürfnisse des Babys beachtet, andererseits die der Eltern.

Unserer Einschätzung nach bist DU das größte Erfolgshindernis.

Wir können es gut verstehen, wenn du den Ärger und die Wut deines Kindes nicht ertragen kannst und ihm nach fünf durchgeheulten Minuten doch die Brust gibst. Und das ist auch völlig okay. Das sagt auch Gordon: Dann versuchst du es eben ein paar Wochen oder Monate später noch mal.

Du kannst auch jederzeit eine Phase verlängern, wiederholen, und das ganze auch jederzeit abblassen. Es ist kein striktes Programm, an das man sich halten muss – das Abstillen nach Gordon ist lediglich ein Vorschlag, wie ihr es machen könnt.

Hasst mich mein Kind nicht, wenn ich es schreien lasse?

Du lässt es ja eben nicht schreien! Das ist der Unterschied zwischen Gordon und dem berühmten „Jedes Kind kann schlafen lernen“-Programm. Zwar gibst du ihm in dem Moment nicht das, was es will. Und deshalb schreit es.

Aber du gibst ihm ja auch tagsüber nicht immer das, was es will. Da schreit es auch und du erträgst das Schreien, weil 1,5 Jahre alte Kinder sich halt nicht nur von Schokolade und Peppa Wutz ernähren sollen.

„Ich habe Freundinnen, die schaffen es mit 40 Jahren noch nicht, schneller als in einer Stunde einzuschlafen. Sie haben es nie gelernt. Einem Kind dazu zu verhelfen, alleine einschlafen zu lernen, ist ein großes Geschenk.“

Maren R., Kinderärztin, Still- und Schlafberaterin

Die Message ist: Du lässt dein Kind nicht schreien. Umarmen, küssen, streicheln, beruhigen und trösten ist das Gegenteil von alleine lassen.

Kein Mensch weiß wirklich, ob Kinder nach klassischen „Schreien lassen“-Schlaftrainings psychische Störungen oder Bindungsprobleme haben, oder ob sich das dann später im Erwachsenenalter irgendwie auswirkt. Wir haben eine hochrangige Studie gefunden, die darauf hinweist, dass Kinder selbst nach dieser „harten“ Art von Schlaftraining sich fünf Jahre später völlig normal verhalten.

Und wir würden das trotzdem nicht tun. Aber vielleicht die Gordon-Methode zum nächtlichen Abstillen, weil sie deutlich sanfter ist.

Also nein, dein Kind wird dich wahrscheinlich nicht hassen. Gordon selbst schreibt, dass ihn immer wieder beruhigt, dass die Kinder nach seiner Methode am nächsten Morgen ganz vergnügt sind, als wäre nachts nicht gewesen. Das können wir vom #teammuttermilch so aus eigener Erfahrung bestätigen (auch wenn wir nicht genau die Methode nach Gordon durchgezogen haben).

Weitere Erfahrungen findest du zum Beispiel in den Kommentaren bei stillkinder.de.

Gibt es noch andere Möglichkeiten, nachts abzustillen?

Na klar. Gordons Methode ist nur eine von vielen, die irgendwo niedergeschrieben wurden und wahrscheinlich eine von Millionen, die Mütter und Kinder dieser Welt ganz für sich selbst entdecken. Hier einige mehr oder weniger ernst gemeinte, die wir dir jedoch alle nicht direkt empfehlen würden.

  • Kalter Truthahn-Methode: Du verweigerst deinem Kind nachts einfach die Brust. Das hört sich zunächst brutal an und wird großes Geschrei geben. Es widerspricht auch ganz der Vorstellung des Abstillens nach Gordon. Allerdings gibt es Hilfsmittel: Viele ältere Stillkinder verstehen bereits, wenn etwas weh tut: Sag einfach, „Mama hat Aua an der Brust“ oder ähnliches. Wenn es einen Grund gibt (auch wenn er vorgeschoben ist), den dein Kind vermeintlich versteht, kann es für dich unter Umständen emotional entlastender sein, als „einfach so“ Nein zu sagen.
  • Die Reduktionsmethode: Du stoppst die Zeit, wie lange dein Baby nachts in der Regel trinkt, ehe es einschläft. In den Folgenächten reduzierst du die Trinklänge jeweils um wenige Minuten, bis diese immer kürzer wird. Unserer Einschätzung nach führt das aber genauso zu Geschrei.
  • Die Senfmethode: Wohl (hoffentlich) eine historische Anekdote. Früher war es wohl noch relativ normal, sich die Brustwarze mit einer übelschmeckenden Substanz einzuschmieren. Zum Beispiel mit Senf. Dass das Kind da nicht mehr lange Lust auf die Brust hat, versteht sich von selbst. Würden wir aber dringend von abraten.
  • Die Leckerli-Methode: Zahnärztinnen hören jetzt mal weg: Eine Freundin von Anastasia ertrug die nächtliche Stillerei nicht mehr und griff zum letzten Mittel. Ihre Tochter stand total auf Butterkekse, also brachte sie eine Packung (zuckerreduzierte) Kekse mit ins Bett. Die durfte die Tochter dann statt der Muttermilch schnabulieren, und es soll erstaunlich gut geklappt haben ;).

Quellen: Alle hier genutzten Quellen sind direkt im Text verlinkt.

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