Knoblauch in der Stillzeit

Knoblauch und Stillen – ist das okay oder solltest du lieber verzichten?

Mehrere Knollen Knoblauch nebeneinander.
Knoblauch schmeckt auch in der Stillzeit.
Foto von Fernañdo Prado auf Unsplash

Knoblauch nicht nur für ein volles Geschmackserlebnis verantwortlich, sondern zudem auch noch sehr gesund. Und das auch für stillende Mütter! Mehr dazu in diesem Artikel.

Los geht’s!

Die tolle Knolle


Knoblauch ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Von der „stinkenden Rose“, wie die antiken Römer die aromatische Pflanze nannten, gibt es verschiedene Sorten.

Knoblauch wird auf verschiedene Arten verzehrt: Roh, getrocknet, geräuchert, gekocht oder gemahlen bereichert er vielerlei Gerichte.

Knoblauch wird seit der Antike wegen seiner wohltuenden Eigenschaften für den menschlichen Körper verwendet. Sogar die alten Ägypter waren berühmt für den übermäßigen Gebrauch dieses Aromas, das wegen seiner medizinischen Eigenschaften beliebt war.

Wegen des starken Geruchs, den sie aufgrund ihrer Gewohnheit, Knoblauch und Zwiebeln in Hülle und Fülle zu essen, ausdünsteten, waren die antiken Ägypter sogar als „stinkig“ bekannt.

Und genau hier liegt auch der Grund, warum der übermäßige Verzehr von rohem Knoblauch bei stillenden Müttern eventuell kritisch sein könnte. Zuerst aber mehr über dessen viele Vorzüge – insbesondere als natürliches Antibiotikum.

Knoblauch: ein natürliches Antibiotikum

Von einem natürlichen Antibiotikum ist dann die Rede, wenn eine Pflanze Substanzen enthält, die die Fähigkeit haben, die Aggression von Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten zu bekämpfen.

In der Natur finden wir verschiedene natürliche Antibiotika. Knoblauch steht, was die Wirksamkeit betrifft, dabei auf dem Podium.

Wir können Knoblauch daher als natürliches Arzneimittel zur Vorbeugung von Infektionen im Allgemeinen und zur Bekämpfung vieler saisonaler Beschwerden wie Husten, Erkältungen und Grippe betrachten.

Die Substanz mit dieser starken antibakteriellen und anti-infektiösen Wirkung ist das im Knoblauch enthaltene Allicin.

Knoblauch ist in der Stillzeit erlaubt


Der Verzehr von Knoblauch während der Stillzeit wird als absolut sicher eingestuft. Knoblauch ist und bleibt ein wertvolles Lebensmittel für eine gesunde Ernährung in der Stillzeit.

Allerdings – wie schon die alten Ägypter wussten – kann Knoblauch, vor allem in größeren Mengen, Einfluss auf den Körpergeruch haben.

Das Aroma von Knoblauch wird auch auf die Muttermilch übertragen. Das muss allerdings nicht unbedingt als negativ gewertet werden:

Studien zeigen, dass sich die Saugzeit des Säuglings akut verlängern und die Nahrungsauswahl des gestillten Babys langfristig verbessern kann, wenn die Mutter Knoblauch zu sich nimmt. Berichten zufolge verwenden einige Mütter in der Türkei Knoblauch, um den Geschmack und die Qualität ihrer Milch zu verbessern.

Der Knoblauch-Duft der Muttermilch kommt von Allylmethylsulfid, einem Stoffwechselprodukt des Knoblauchs. Zusätzlich wurden in Milchproben von stillenden Müttern, die frischen Knoblauch zu sich genommen hatten, Spuren der Allylmethylsulfid, Allylmethylsulfoxid und Allylmethylsulfon gefunden. Keiner dieser Stoffe hat negative Auswirkungen auf das gestillte Baby.

Hatte die Mutter gekochten Knoblauch verzehrt, blieb die Muttermilch bei den wissenschaftlichen Studien übrigens ohne Knoblauch-Duft.

Knoblauch ist unschuldig bei Blähungen


Wenn die Mama mal in eine knackige Knoblauchzehe beißt, muss sie sich später nicht selten vorwerfen lassen, es sei ihre Schuld, wenn der von ihr gestillte Säugling später an Blähungen leidet.

Tatsächlich ist ein Zusammenhang zwischen Knoblauch-Genuss der Mama und Blähungen beim Baby keineswegs wissenschaftlich bewiesen. Im Gegenteil! Stillende Mütter dürfen also guten Gewissens Knoblauch snacken.

Dass Knoblauch den Körpergeruch verändert, ist weithin bekannt. Wie die türkischen Mütter wissen, sollte das jedoch das Baby – im Gegensatz vielleicht zum Partner der Frau – nicht stören.

Falls du bemerkst, dass dein Kind weniger trinkt, nachdem du rohen Knoblauch gegessen hast, kannst du deinen Konsum einfach etwas einschränken.

Noch einfacher:

Steig einfach auf gekochten Knoblauch um! Der beeinflusst den Geschmack der Muttermilch nämlich gar nicht.

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