Verhütung in der Stillzeit: Die LAM-Methode

Verhütung in der Stillzeit – „gibt’s da auch was Natürliches?“

Verhütung in der Stillzeit: Ein Kondom auf einer Banane vor lila Hintergrund
Verhütung funktioniert in der Stillzeit oft ganz von allein.

Vielleicht hast du gerade ein Kind zur Welt gebracht, oder stehst kurz davor, und du fragst du dich:

Ab wann kann ich danach eigentlich wieder schwanger werden?

Denn vielleicht willst du dich erstmal auf das neue Baby konzentrieren, statt dich gleich wieder mit einer erneuten Schwangerschaft zu befassen.

Dann kann die „LAM“-Methode etwas für dich sein – das steht für „Lactational Amenorrhea Method“: Eine natürliche Form der Verhütung und einer der großen Vorteile für des Stillens für die Mutter, die wir dir in diesem Artikel erklären.

Lust auf mehr – aber auch auf mehr Kinder?

Sex gibt es länger, als es den Menschen gibt, und den meisten Lebewesen macht er Spaß.

Evolutionär gesehen wäre es wenig sinnvoll, nach der Geburt des ersten Kindes zu sagen: „Na gut, das reicht jetzt. Mehr als ein Kind zu haben ist mir viel zu anstrengend.“

Die meisten Tiere kriegen mehrere Junge pro Wurf, um den unvermeidlichen Verlust einiger ihrer Kinder auszugleichen – der Mensch aber kriegt meist nur eines. Es dauert daher oft nicht lange, bis bei Mutter und Vater die Lust auf Sex wiederkommt – bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es länger.

Es ist uraltes Hebammenwissen, dass viele Mütter ein paar Monate brauchen, bis sie wieder schwanger werden – selbst wenn sie sexuell schon längst wieder aktiv sind.

Stillen: Die natürlichste Verhütungsmethode

Es hat nicht lange gedauert festzustellen, dass es meist kräftig stillende Mütter sind, die nicht sofort wieder schwanger werden.

Es ist nicht völlig geklärt, warum das so ist, aber wahrscheinlich liegt es am Prolaktin, ein Hormon, das bei der Mutter freigesetzt wird, sobald das Baby (oder eine Milchpumpe) an der Brust saugt. Dieses verhindert den Eisprung nach Geburt eines Kindes, dadurch, dass das Zusammenspiel der Hormone anders verläuft als normalerweise.

Es dauerte aber bis 1988, bis dieses Konzept auf einer internationalen Expertenkonferenz in Italien (die sogenannte „Bellagio-Konferenz) einen Namen bekommen hat – nämlich das Konzept der „LAM“.

„LAM“ steht für „Lactational Amenorrhea Method“, also so etwas wie „Natürliche Verhütungsmethode der ausbleibenden Regelblutung durch Muttermilchbildung“.

Die Übersetzung klingt nicht halb so schön, passt aber.

Diese Methode kann eine Methode für die sein, die Sex nach der Geburt haben wollen ohne sich Gedanken über Kondom und Pille machen zu müssen.

Wie funktioniert die LAM-Methode?

Die Verhütung in der Stillzeit mittels LAM funktioniert unter folgenden drei Voraussetzungen:

  1. Du stillst ausschließlich oder fast ausschließlich, das heißt: es gibt nie (oder sehr! selten) etwas anderes für dein Baby zu trinken, als Muttermilch.
  2. Du hast noch nicht wieder deine Tage, das heißt dein Eisprung hat nach der Geburt wahrscheinlich noch nicht wieder eingesetzt.
  3. Dein Kind ist noch keine 6 Monate alt, was mit dem ersten Punkt eng verknüpft ist, denn spätestens nach sechs Monaten solltest du mit der Beikosteinführung starten.

Wenn diese Voraussetzungen zutreffen, dann hast du – nach allem was die Wissenschaft über diese natürliche Art der Verhütung in der Stillzeit weiß – ein etwa 2 prozentiges Risiko wieder schwanger zu werden.

Und das, zum Glück, nicht „pro Sexeinheit“, sondern pro Jahr. Das heißt, auf das erste halbe Jahr bezogen: 100 unserer Leserinnen könnten problemlos jeden Tag nach der Geburt Sex haben – und nur eine von euch würde dabei schwanger werden.

In der Stillzeit verhüten - das Bild zeigt einen blauen Kasten, von dem 1% rosa gefärbt sind. Die Schrift zeigt "Du?" mit einem schwarzen Pfeil zum rosa Kasten.
Ein halbes Jahr ungeschützter Sex – und eine Chance von 1 : 100 nochmal schwanger zu werden. Ziemlich gering. Aber ob dir das auch gering genug ist, musst du natürlich selbst entscheiden.

Andere Natürliche Verhütungsmethoden in der Stillzeit

Die Frage ist also weniger „Wann kann ich schwanger werden?“, denn das kannst du tatsächlich immer.

Die Frage ist: Was kannst du tun, um natürlichen Sex nach der Geburt zu genießen, ohne dass gleich die nächste Überraschung in dir heranwächst?

Es ist wichtig, dass möglichst viele Frauen über die Verhütung in der Stillzeit nachdenken. Schnelle Schwangerschaftsfolgen können für Mutter und Kind gefährlich sein.

Es lohnt sich dabei einen Blick auf den sogenannten „Pearl-Index“ zu werfen, das ist der Index der beschreibt, wie wahrscheinlich es ist, trotz unterschiedlichen Verhütungsmitteln nach der Geburt zu werden.

Wie oben bereits beschrieben: Der Pearl-Index beschreibt, wie viele von hundert Frauen in einem Jahr schwanger werden, wenn sie mit der beschriebenen Methode verhüten. Also: Ein Pearl-Index von 100 würde heißen, dass jede Frau schwanger wird. Ein Pearl-Index von 1, dass nur eine von hundert Frauen schwanger wird.

VerhütungsmethodePearl-Index
Antibabypille („Pille“)0,1 – 0,9
Sterilisation des Mannes0,1
Sterilisation der Frau0,2-0,3
Verhütungsring0,4-0,65
Temperaturmethode0,8-3
LAM-Methode2
Kondom2-12
Kalendermethode3-9
Coitus interruptus4-18
Keine Verhütung30-85
Quelle: Wikipedia

Die Spannbreiten ergeben sich aus unterschiedlichen Dingen.

Zum Beispiel bei „Keine Verhütung“: Jüngere Frauen haben ein deutlich höheres Risiko, ohne Verhütung schwanger zu werden, als ältere.

Du siehst also: So viele unterschiedliche natürliche Verhütungsmethoden sind da gar nicht aufgeführt.

Und die Verhütung in der Stillzeit eben durch das Stillen und die sogenannte „LAM“-Methode schneiden gar nicht so schlecht ab – etwa im Bereich von Kondom und Temperaturmethode.

Ein weiterer Vorteil: Die Pille in der Stillzeit zu nehmen ist nicht völlig risikolos, sowohl was Risiken für die Mutter, als auch für das Kind angehen. Und die Sterilisation ist immerhin ein operativer Eingriff.

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Fazit: Natürlich Verhüten durch Stillen – eine Erfolgsstory?

Wenn du nach der Geburt Sex haben möchtest und Freundin natürlicher Verhütungsmethoden bist, dann hast du hiermit einen Grund mehr gefunden, dein Baby mindestens ein halbes Jahr zu stillen – neben all den vielen weiteren Vorteilen, die das Stillen für dich und deinen Nachwuchs bietet.

Durch die Kombination von LAM-Methode und einer anderen, zum Beispiel Kondom (oder sogar Coitus interruptus), wird es dann sehr unwahrscheinlich, dass du im ersten halben Lebensjahr deines Kindes erneut schwanger wirst.

Natürlich solltest du auch den Schutz vor Geschlechtskrankheiten bedenken. Davor schützt die LAM-Methode gar nicht.

Zwei Strichmännchen auf einer nassen Scheibe die sich umarmen, mit einem Herz oben drüber.
Irgendwann nach der Geburt kommt Lust auf, sich auch körperlich wieder näher zu sein.
Foto von Sachina Hobo auf Unsplash

Zum Schluss noch eine Anekdote aus der Beratungspraxis:

Ich hatte mal eine Kundin – nennen wir sie Ulrike –  die hat mir von ihrer Oma erzählt, die sie ein paar Wochen nach der Geburt fragte:

Oma: „Und, meine Kleine – hattet ihr denn schon mal wieder … du weißt schon?“
Ulrike: „Nee, Omma, ich fühl mich noch nicht so.“

Da rief die Oma sie am nächsten Morgen um 7 Uhr an.

Oma: „Hör mal, Ulrike, du musst da jetzt mal wieder was zulassen – sonst geht der Bengel am Ende in den Puff!“

Es ist zum Glück deine Entscheidung, wann du wieder Lust auf Sex hast (und die Meinung von Ulrikes Oma ist schockierend antiquiert).

Aber immerhin weißt du jetzt, dass du dem Stillen als natürliche Verhütungsmethode nach der Geburt eine Chance geben kannst 🙂

Foto Banane mit Kondom von Deon Black auf Unsplash
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