Die 17 häufigsten Fragen zum Stuhlgang von Babys

Es überrascht viele Eltern, dass der Stuhlgang eines Babys so wichtig ist. Nicht nur findet er fast täglich statt, häufig macht man sich auch Sorgen um ihn: Zu fest, zu weich, zu selten, zu häufig, zu grün, schmerzhaft oder gar blutig.

Was dein Baby in die Windel drückt (oder eben nicht) ist ein Thema für sich und viele Eltern haben Fragen.

Wichtiges Thema, viele Fragen: Der Stuhlgang eines Säuglings.
Foto: comzeal images/shutterstock.com

Hier stellen wir dir die Antworten auf die 17 wichtigsten Fragen zum Stuhlgang bei Babys vor. Der Natur unserer Seite entsprechend natürlich vor allem zum Stuhlgang bei Stillkindern, aber auch über „Flaschenkinder“ wirst du etwas lernen.

Achtung: Der Thematik entsprechend gibt es hier Bilder von Baby-Kaka zu sehen. Falls du sowas nicht so gerne anschauen magst: Du wurdest gewarnt! 😎

Los geht’s!

Was ist Mekonium?

Mekonium, auch „Kindspech“ genannt, ist die schwarz-grüne Masse, die dein Baby als allerersten Stuhlgang absetzt. Es stammt noch aus der Zeit in deinem Gebärmutter, als sich Darmsekrete, Darmzellen und Feststoffe aus dem Fruchtwasser, das dein Baby geschluckt hat, zu dieser klebrig-zähen Masse zusammengesetzt haben.

Mekonium in einer Windel
So kann Mekonium aussehen:
Schwarz-grün, zäh, klebrig.

Was macht Mekonium im Fruchtwasser?

Manchmal – man sagt, vor allem wenn dein Baby unter der Geburt „Stress hat“ – geschieht die erste Mekoniumausscheidung noch in der Gebärmutter. Das führt zu grünem Fruchtwasser, was für Geburtshelferinnen immer „Aufpassen!“ bedeutet.

In den meisten Fällen bleibt grünes Fruchtwasser ohne Folgen, wird aber zu einer intensiveren Überwachung führen, um mögliche Infektionen oder andere Komplikationen frühzeitig zu entdecken. Atmet ein Neugeborenes unter der Geburt viel dickes, mekoniumhaltiges Fruchtwasser ein, kann das zu einem schweren Atemnotsyndrom führen.

Wann muss das Mekonium spätestens ausgeschieden werden?

Das Kindspech kommt nicht? Das ist kein Grund zu übergroßer Sorge. In der Regel sollte der erste Stuhlgang innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt stattfinden. Ein späterer Zeitpunkt kann, muss aber nicht auf eine Erkrankung hindeuten, vor allem den sogenannten Morbus Hirschsprung, bei dem die Nervenzellen des Darmes fehlerhaft sind.

Du kannst die Mekonium-Ausscheidung anregen, indem du stillst. Die Muttermilch regt die Darmtätigkeit an und dein Baby kann das klebrige Kindspech besser ausscheiden. Bleibt die Ausscheidung aus, wird die Kinderärztin der Klinik dein Baby genauer untersuchen und, je nach Situation, vielleicht auch weitere Diagnostik veranlassen. Die meisten Babys mit verspäteten Mekoniumabgang sind aber zum Glück völlig gesund.

Wie lange wird Mekonium ausgeschieden?

Richtig zähen, schwarzen Stuhlgang beobachten die meisten Eltern nur in den ersten ein oder zwei Tagen. Wenn der Stuhl deutlich länger schwarz bleibt, kann das u. a. auf eine unzureichende Milchmenge bzw. Nahrungsaufnahme hinweisen.

Was ist Übergangsstuhl?

Der Übergangsstuhl ist, wie der Name schon sagt, der Übergang vom Kindspech zum „reifen“ Muttermilchstuhl. Die zunehmende Menge Milch, die nach dem Stillen während des Milcheinschusses den Darm deines Kindes erreicht, vermischt sich mit dem Mekonium und führt zu dunkelgrünem, manchmal dunkelgelbem Stuhl, der nicht mehr so zäh, aber oft immer noch teigig herauskommen kann.

Manchmal tritt der Übergangsstuhl schon am zweiten Tag auf, manchmal etwas später.

Was ist Muttermilchstuhl?

Muttermilchstuhl nennt man den Stuhlgang, den ausschließlich oder fast ausschließlich gestillte Säuglinge produzieren. Er unterscheidet sich in Aussehen und Geruch deutlich vom Stuhl von Flaschenkindern und kann von Baby zu Baby auch ganz unterschiedlich aussehen. Der Stuhlgang sollte spätestens ab dem 5. oder 6. Tag eindeutig Muttermilchstuhl sein, zumindest dann, wenn du ausschließlich stillst und eine ausreichende Milchmenge hast.

Eine Windel mit Muttermilchstuhl.
Sämig, gelb, mittlere Konsistenz: So kann Muttermilchstuhl aussehen.
Foto: phugunfire/shutterstock.com

Wie sieht Muttermilchstuhl aus?

Viele Stillberaterinnen beschreiben ihn als „Hüttenkäse in Senf-Sahne-Soße“. Klingt komisch, aber wenn du die Ausscheidungen deines Stillbabys erstmal vor Augen hast, wirst du verstehen, warum 🙂

Der Muttermilchstuhl kann sehr flüssig, manchmal auch etwas fester bzw. teigiger sein. Er ist sämig, oft durchsetzt von kleineren oder größeren „Bröckchen“ (daher die Hüttenkäse-Analogie) und gelblich/golden bis orange. Er riecht nicht unangenehm, eher süßlich, etwas hefig.

Ist das Muttermilchstuhl oder Durchfall?

Zur Auflockerung mal eine Familiengeschichte.

Baby Nummer 1 kam zur Welt und hat unglaublich viel getrunken. Anastasia hatte sehr viel Milch und das junge Kerlchen trank wie ein Römer: So viel, wie er konnte, dann heftiges Brechen, und dazu sehr große Mengen wässrigen Stuhlgang. In unserer Müdigkeit und Verunsicherung haben wir irgendwann 1+1 (Brechen + dünner Stuhl) zusammengezählt und sind Samstag abends mit ihm die Notaufnahme gefahren – wir dachten, er hat einen Magen-Darm-Infekt.

Der dortige, sehr erfahrene Kinderarzt, hat uns beruhigt: Kein Magen-Darm-Infekt. Normaler Muttermilchstuhl. Mama hat viel Milch, Kind saugt gerne. Alles gut.

Nicht vergessen: Wir sind Kinderarzt und Kinderkrankenschwester. Und trotzdem hat uns das völlig verunsichert.

Also:

Zunächst mal schützt du dein Baby durch das Stillen vor vielen Durchfallerkrankungen, das ist schon mal super. Trotzdem kann es natürlich auch einen Infekt bekommen, oder Durchfall aus anderen Gründen (z. B. wenn du Antibiotika nimmst, oder dein Baby selbst).

Muttermilchstuhl kann sehr flüssig sein und damit auf den ersten Blick leicht zu verwechseln. Aber unnormaler Durchfall hat meist eine plötzlich andere Farbe, riecht anders, wird vielleicht von Bauchschmerzen, Unwohlsein, vielleicht auch Erbrechen oder Fieber begleitet.

Keine Frage: Wenn du unsicher bist, ob dein Baby normalen Muttermilchstuhl oder eben unnormalen Durchfall zeigt, dann geh einfach zur Kinderärztin. Unser Kinderarzt in der Notaufnahme (nachdem wir zwanzig Mal gesagt haben, wie peinlich uns das alles ist) hat nur gesagt: „Das muss ihnen gar nicht peinlich sein. Sie sind junge Eltern. Ihr zweiter Vorname ist „Verunsicherung“…“ Für diese Lockerheit sind wir ihm heute noch dankbar 🙂

Der Muttermilchstuhl bei meinem Baby ist schleimig, was kann das bedeuten?

Eine geringe Schleimbeimengung kann eine völlig harmlose Erscheinung sein. Aufhorchen solltest du, wenn es große Mengen sind, sie in jeder Windel zu finden sind oder weitere Symptome hinzukommen. Schleim im Stuhl kann zum Beispiel auf eine Allergie oder eine Magen-Darm-Infektion, aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Im Zweifel ist hier immer empfehlenswert, einmal deine Kinderärztin zu besuchen.

Warum ist der Stuhlgang meines Babys grün?

Der häufigste Grund für grünen Stuhlgang beim Baby ist, dass die Milch zu schnell durch den Darm rauscht, und das passiert in erster Linie dann, wenn dein Baby zu viel Vordermilch trinkt.

Die Vordermilch (nicht zu verwechseln mit der Vormilch) ist die Milch, die dein Baby beim Stillen als erstes bekommt. Da sie weiter entfernt von den Brustdrüsen ist, enthält sie weniger Fett, mehr Wasser und mehr Laktose. Letztere überfordert den Darm deines Babys rasch und führt zu grünem Stuhlgang bei deinem Baby.

Dieses Problem haben wieder mal vor allem Frauen mit sehr viel Milch. Eine Lösung kann sein, (aber dafür am besten vorher deine Hebamme oder eine Stillberaterin fragen), dass du etwas Vordermilch abpumpst, damit dein Baby mehr der fettreichen Hintermilch abbekommt.

Weitere Gründe für grünen Stuhlgang können eine Überempfindlichkeit auf Medikamente sein, die du oder dein Baby einnimmst (auch Vitamin D, Fluorid), manchmal findet sich aber auch kein Grund für grünen Stuhl beim Baby.

Wie oft sollte ein Neugeborenes Stuhlgang haben?

Das lässt sich relativ leicht beantworten, obwohl es von Kind zu Kind variieren kann. Eine Faustformel lautet „1 Stuhlgang pro Lebenstag“, das heißt:

  • Am ersten Tag 1 Stuhlgang (Mekonium)
  • Am zweiten Tag 2 Stuhlgänge (Mekonium, vielleicht schon Übergangsstuhl)
  • Am dritten Tag 3 Stuhlgänge (Übergangsstuhl)
  • usw.

In den ersten Wochen sind sogar 10 Stuhlgänge normal, auch mehr ist möglich, jedoch selten. Diese hohe Stuhlfrequenz deutet erstens auf eine gute Milchmenge und zweitens auf eine gute Gewichtszunahme hin, zumindest haben manche Studien eine Assoziation dazwischen gesehen.

In einem anderen Artikel haben wir dir vorgerechnet, wie viele Windeln ein Baby so im Laufe des Tages (und seines Lebens) verbraucht.

Ein Säugling auf einer Babywaage.
In den ersten 4-6 Wochen sollte dein Baby mindestens 3x täglich Stuhlgang haben, darunter könnte das ein Hinweis auf eine zu geringe Milchmenge bzw. -aufnahme sein. Wenn es dabei allerdings gut zunimmt, dann können seltenere volle Windeln auch normal sein.
Foto: Africa Studio/shutterstock.com

Stillkinder können auch tagelang überhaupt keinen Stuhlgang haben, bis zu 14 Tage können normal sein, oder sogar darüberhinaus, solange sonst alles in Ordnung ist. Oft kommt dann hinterher eine besonders große Portion in die Windel, was aber nicht schlimm ist. Verunsichert dich eine längere Phase mit leeren Windeln, such einfach deine Kinderärztin aus, die dich in den meisten Fällen nach einer kurzen Untersuchung beruhigen wird.

Wie sieht der Stuhlgang bei Flaschenkindern aus?

Bei Flaschenkindern neigt der Stuhl eher dazu, etwas dunkler zu sein und unangenehmer zu riechen. Daran kann man ganz gut sehen, dass die Muttermilch und der kindliche Darm eben doch noch besser zusammenarbeiten – im Stuhl des Flaschenkindes bleiben mehr unverdauliche Teile zurück. Es ist auch sehr ungewöhnlich, wenn bei Flaschenkindern mehrere Tage nichts in der Windel landet, was bei ausschließlichem Stillen ganz normal sein kann.

Was muss ich beim Blut im Stuhl meines Babys machen?

Blut in Stuhl ist natürlich ein alarmierendes Zeichen. Beruhigen kann dich, dass nur in seltenen Fällen etwas ernstes dahintersteckt. Trotzdem solltest du natürlich schon beim ersten Mal deine Kinderärztin aufsuchen. Auch wenn Wochenende oder Nacht ist: Keine Kinderärztin der Welt wird dich verurteilen, wenn du bei blutigem Stuhlgang deines Babys möglichst schnell eine Untersuchung wünschst.

Abgesehen von einem „Fehlalarm“, der zum Beispiel beim Verzehr von roter Bete oder Blaubeeren vorprogrammiert ist (wir sprechen aus Erfahrung), sind folgende Erkrankungen denkbar:

  • Eine Kuhmilchproteinintoleranz, bei dem der Darm deines Babys die Eiweiße der (von dir getrunkenen und teilweise durch die Muttermilch weitergegebenen) Kuhmilch nicht verträgt.
  • eine Analfissur, oder einfach ein „wunder Po“ (der dann aber schon recht stark ausgeprägt sein müsste)
  • eine Magen-Darm-Infektion
  • zum Glück seltene, aber dafür schwerere Erkrankungen wie ein Volvolus oder Invagination (deshalb solltest du auch immer sofort zum Arzt, wenn dein Baby zum ersten Mal Blut im Stuhl hat)
  • verschlucktes Blut von deiner Brustwarze
  • und weitere

Wie kann ich Muttermilchstuhl am besten entfernen?

Da hat sicherlich jede Mama nach ein paar überlaufenden Windeln ihre Geheimtipps. Eine gute Idee ist sicherlich, den Stuhl direkt nach der Verschmutzung mit warmem Wasser auszuwaschen und dann mit Kernseife zu waschen und einige Stunden in Wasser einzulegen. Wir persönlich haben gute Erfahrung mit dem gelben Fleckenentferner von Frosch* gemacht. Du musst dich allerdings darauf einstellen, dass nicht jeder weiße Body vollständig von den Flecken gereinigt werden kann 🤷🏽

Muttermilchstuhl auf einer Stoffunterlage mit einigen verschmierten Feuchttüchern.
Etwas schwer, aber lässt sich in den meisten Fällen mit etwas Aufwand auswaschen: Muttermilchstuhl.
Foto: jojo48108008/shutterstock.com

Was ändert sich an Babys Stuhlgang bei der Beikosteinführung?

Je mehr Beikost dein Baby zu dir nimmt, desto eher verändert sich der Stuhl hin zu dem, was ein Erwachsener von sich selber kennt: Er wird einfach zunehmend brauner, fester und stinkiger 💩. Die Konsistenz, Farbe und der Geruch wechseln immer etwas, vor allem dann, wenn du mal wieder mehr stillst, zum Beispiel, wenn dein Baby krank ist. Wie lange solltest du eigentlich stillen?

Was bedeutet weißer Stuhlgang beim Säugling?

Neben dem blutigen Stuhlgang ist der weiße, entfärbte, lehmfarbene Stuhlgang ein weiterer Grund umgehend deine Kinderärztin aufzusuchen. Hier kann es sich um eine (auch vorübergehende) Leber- oder Gallengangsentzündung handeln, aber auch um eine seltene Gallengangsatresie, die sofort behandelt werden muss.

Was tun, wenn Stillbabys Verstopfung haben?

Verstopfung ist bei gestillten Kindern eher selten. In den ersten 4-6 Wochen sollten täglich mindestens drei Stuhlgänge in der Windel landen, sonst kann das ein Zeichen für eine zu geringe Milchaufnahme sein. Danach ist nicht mehr unbedingt die Stuhlfrequenz ausschlaggebend für eine mögliche Verstopfung (wie gesagt: Muttermilchstuhl kann manchmal 14 Tage auf sich warten lassen), sondern die Festigkeit. Oft bekommen Stillbabys Verstopfung, wenn die Mama Eisen nimmt, oder wenn die Beikost eingeführt wird. Hast du das Gefühl, dein Baby könnte eine Verstopfung haben? Dann ist ein Besuch bei der Kinderärztin ratsam.

Ein Baby sitzt auf dem Stuhl, hat einen Löffel im Mund und schaut angestrengt, wahrscheinlich, weil es gerade Stuhlgang hat.
Stillbabys kriegen manchmal Verstopfung, wenn die Beikost eingeführt wird.
Foto: Dmitry Tkachuk/shutterstock.com

Fazit

Du siehst: Es gibt viele Fragen, die Eltern sich zum Stuhlgang ihres Babys stellen können. Dies hier sind nur die häufigsten, bei allen anden Fragen wendest du dich am besten vertrauensvoll an deine Kinderärztin.

Immer sofort dorthin solltest du bei sehr hellem, entfärbtem Stuhlgang, oder wenn du Blutbeimengungen findest. Außerdem natürlich immer dann, wenn es deinem Baby nicht gut zu gehen scheint, weitere Symptome hinzukommen oder ganz einfach, wenn du dir Sorgen machst.

Quellen

Mohrbacher, Breastfeeding Answers – A guide for helping families, 2. Auflage 2020

Wambach, Spencer, Breastfeeding and Human Lactation, Jones & Bartlett Learning, 6. Auflage 2021

Lauwers, Swisher, Counseling the Nursing Mother – A Lactation Consultant’s Guide, Jones & Bartlett Learning, 7. Auflage 2021

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